Dann aber, dann beugte er sich wieder über die schlafenden Kinder, das Messer funkelte — nun zeigte die Klinge dunkle Flecken. Lautlos stand er und atmete. Dann beugte er sich über die Frau, und abermals funkelte das Messer. Endlich richtete er sich auf. Kein Laut.
Plötzlich aber beschäftigte ihn etwas. Er heftete seine glitzernden tückischen Augen auf ihn, Herbst, der nebenan in seinem Bett lag und schlief. Sah er ihn? Es war ja unmöglich, die Wand war dazwischen. Aber doch schien er ihn zu sehen. Er tastete mit der Hand gegen die Wand — runzelte enttäuscht und zornig die Stirn. Da begann Herbst (weshalb eigentlich?) spöttisch zu kichern. Hähnlein lächelte verächtlich, wollüstig — und tastete sich an der Wand entlang zur Türe.
Herbst setzte sich plötzlich aufrecht, und sein Herz stand still vor Entsetzen. Wild schrie er auf.
Er kam! Er sah ihn kommen, das Messer zwischen den Lippen.
Schon öffnete sich langsam die Türe, seine Hand wurde sichtbar — wieder schrie Herbst auf — und er trat ein.
Aber er trug kein Messer, sondern eine Kerze. Und es war gar nicht Hähnlein, sondern — Ackermann.
„Sind Sie krank? Weshalb schreien Sie?“ fragte Ackermann und kam näher, den Leuchter mit einer kleinen Kerze in der Hand.
Herbst versuchte zu sprechen, doch die Zunge klebte am Gaumen.
Ackermann ging und kam mit einem Glas Wasser zurück.
„Trinken Sie. Sie fiebern ja. Sie glühen!“