Die grüne Wollmütze glitt die Straße hinab, die seidene grüne Quaste baumelte hin und her.
Wie wunderbar frisch ihre Halskrause ist, dachte Heinz und wie fest ihr Jackett um die Hüfte schließt. Sie aber bewunderte den Schnitt seines Mantels, der nahezu bis zur Erde reichte und viel zu weit war, und seine seidene Mütze, die eine kecke Beule aufwies.
„Du trägst ja nun das Abzeichen!“ rief die junge Dame plötzlich überrascht aus. Mit einem raschen Blick hatte sie, als er nur einen Augenblick den Mantel aufknöpfte, sofort das Fliegerabzeichen entdeckt.
„Ich habe es gestern bekommen.“
„Ich gratuliere.“ Das war wohl eine Gelegenheit, ihr die Hand zu geben. Heinz berührte die Spitzen ihrer zarten, ach so zarten und unbegreiflich dünnen Finger.
„Gestern flog ich über Berlin“, erzählte er lebhaft. „Ich flog über den Wittenbergplatz und den Kurfürstendamm entlang. Bei der Gedächtniskirche drosselte ich den Motor und ging auf fünfhundert Meter herunter. Ich sah das Treiben der Menschen und dachte, vielleicht geht auch Klara Westphal da unten.“
Nein, Klara Westphal war zu Hause.
Klara streifte ihren jungen Helden mit einem bewundernden Blick. Sie konnte wohl beobachten, daß die Damen den schlanken Offizier anblickten, und manche drehten sich sogar um, so schön und frisch war er. Er ging sorglos und strahlend, die Mütze etwas keck aufs Ohr geschoben, und er hatte eine besonders flotte Art zu grüßen, als gebe es Vorgesetzte für ihn nicht. Sein Gruß hatte zuweilen sogar etwas Herablassendes und Gönnerhaftes. Jetzt, da er neben Klara ging, war er völlig frei von seiner kindischen Ehrfurcht vor allem, was Achselstücke mit Sternen trug.
„Und dein Kommando?“
„Leider ist es noch nichts damit. Nun aber hat Hauptmann Wunderlich mir versprochen, mich für seine Kampfstaffel anzufordern, sobald es möglich ist.“