Nichts fürchtete Klara mehr als diesen schrecklichen Augenblick, wo das Kommando kam. Schon jetzt klopfte ihr das Herz.
„Es ist ganz gleichgültig.“
Es war in der Tat völlig gleichgültig. Wenn sie nur nebeneinander hergehen durften, verstrickt durch das Unergründliche, unbegreiflich Süße, Geheimnisvolle — Blicke, Gesten, Lachen, Worte, das war ja das allerwenigste.
Die Menschen, die aus Elektrischen sprangen und in Restaurants eilten, die Unverschämten, die sie anblickten und Bemerkungen austauschten — sie sahen sie gar nicht.
Sie bogen in eine dunkele Straße ein, und sofort strahlten Klaras Augen wie Feuer, ihr blondes Haar flammte unter der grünen Mütze und ihre etwas vollen Wangen begannen geheimnisvoll zu schimmern. Ihr kleiner Mund aber glänzte naß und tiefrot.
Wunderbar! Hier in der Dunkelheit sah Heinz, daß sie atmete, was er früher nie beobachtet hatte. Ihre Brust bewegte sich, ergreifend, unter dem enganliegenden Jackett gleichmäßig auf und ab. Zum ersten Male hörte er auch ihren Atem, den er nie gehört hatte.
Klaras Lippen wurden durch ein Lächeln geöffnet, und im gleichen Augenblick rief sie jauchzend aus: „Es schneit, Heinz! Es schneit!“ Und schon flog die grüne Mütze mit der baumelnden Quaste davon.
„Komm, komm!“ Sie streckte ihm die Hand hin.
Nun liefen sie beide in den wirbelnden Schnee hinein.