Trommeln, beim Anhalter Bahnhof — Augenblicklich beflügelte sich sein Schritt. Von plötzlicher Erregung erfaßt, ging er dahin. Deutlich, dumpf noch, aber ganz deutlich.

Trommeln, ohne Zweifel.

Sonderbar wirkt der dumpfe Laut der Trommel auf den Menschen. Er wirft ihn ohne jede Übertreibung um einige Jahrtausende zurück, in Zeiten, wo die Menschen noch mit den Tieren der Wildnis kämpften, zu den Negern am Kongo. Augenblicklich stürmten die Menschen wie in Hypnose über den Anhalter Platz, dem Laut der Trommeln entgegen.

Plötzlich schwiegen die Trommeln, und die Blechinstrumente setzten mit barbarischem Lärm ein.

Ein Menschenhaufe quoll aus der Straße auf den Platz. Waffen blitzten, gleichmäßig schwankende Reihen wurden im Strom der Köpfe sichtbar. Offenbar wurde ein Bataillon zur Bahn gebracht.

Ohne zu überlegen, bebend vor Erregung, nahm Ackermann augenblicklich Aufstellung. Ein alter mürrischer Mann lud an der Straße Pflastersteine ab, und auf eine Reihe solcher Steine stellte er sich.

Der Strom von Köpfen wälzte sich heran, umbrandet vom Tosen der Blechinstrumente, die in der Sonne funkelten. Scharen von Neugierigen drängten hinzu. Dicht neben Ackermann nahmen sie auf der Schicht von Pflastersteinen Platz und reckten sich auf den Zehen. Sogar der alte Mann, der die Steine ablud, hob das mürrische Gesicht.

Im Takt der Musikkapelle zog der Menschenhaufe dem Bataillon voran. Zerlumpte Weiber und verwahrloste Kinder, alte Männer, frühreife Mädchen, bleich, verhungert, das Mal des letzten Elends auf der Stirn — — und doch: Freude glänzte auf allen Gesichtern!

Ackermanns Blick wurde dunkel.

Wirst du bereit sein?