Wird dich die Stunde bereit finden?

Volk, mein Volk, meine Liebe, meine Sehnsucht?

Wie wird dich die große Stunde finden? Ausgehöhlt vom Hunger, ausgeblutet von den Schlachten, ausgefront — wirst du die Kraft haben? Betäubt von Lüge, krank von dumpfer Sehnsucht — wirst du? Die Völker der Erde blicken auf dich! Du bist geächtet, bespien, die Dornenkrone ist auf dein Haupt gedrückt, dein Weg führt durch Tränen, führt durch Hunger und Wahnsinn — zitterst du?

Wirst du straucheln? Wanken? Dahinsinken zu den Unwürdigen? Wirst du auserwählt und berufen sein unter den Völkern, das Reich zu bereiten, das Reich des neuen Menschen?

Grell blitzten die Trompeten, grell schmetterten sie, die roten Backen barsten.

Vorwärts, fort, fort, beeile dich! Meine Liebe und Sehnsucht fliegen vor dir her! Der Ruf erschallt! Lüge, Hoffart, Wahn — wirf ab, wirf ab! Tauche nieder in deine reinen Quellen. Sieh, wie sie funkeln, am Firmament des Gedankens, deine großen Geister! Sie blicken auf dich.

Fort, fort, beeile dich! Die Stunde ist nahe! Laß dein Herz wieder leuchten, das immer aufglühte, wenn die Dunkelheit am tiefsten war. Mehre den Schatz der Völker!

Ich sehe dich auferstehen, ich sehe dich erblühen, sehe dich umringt von brüderlichen Nationen . . .

Schon wälzte sich der Haufe dicht heran.

Die Musikanten setzten mit einem Ruck die Instrumente ab. Im Zickzack fuhr der Stock des Musikmeisters durch die Luft, und die Trommeln wirbelten wieder.