Reihen von Gewehren, Reihen von Helmen schwankten heran, vorwärts getrieben von einer unverständlichen Kraft, von einem unverständlichen Willen zusammengeballt. Das Bataillon Hähnleins, des Unglücklichen —

Junge Männer, rosige, arglose Kindergesichter, die noch nicht ahnten, daß morgen schon der Tod ringsum war. Wie oft hatte er, Ackermann, den Marsch zum Bahnhof erlebt! Alte Feldsoldaten, mit Auszeichnungen auf der Brust — nein, sie gaben sich keinerlei Illusionen mehr hin — stumpf marschierten sie, genau wie er früher marschierte: stumpf, schweißtriefend, bepackt, zitternd unter dem Blick der Vorgesetzten. Hundertmal mochten sie ihr Leben in die Schanze geschlagen haben, sie blieben trotzdem Tiere, hier wie bei allen kriegführenden Völkern war der gemeine Mann ein Tier, nicht mehr. Einige Frauen marschierten in den Reihen der Soldaten, Bräute, Mütter, Gattinnen, bleich, schwankend, weinend. So zogen sie dahin.

Plötzlich aber —

Plötzlich erscholl eine Stimme!

Woher kam sie?

Niemand wußte es.

Eine Stimme — hell, metallen, durchdringend — sie dröhnte über das marschierende Bataillon, übertönte die Trommeln, den Schritt der Arglosen und Erfahrenen — scholl über den weiten Platz und wurde als Echo von den hohen Häusern zurückgeworfen — die Stimme eines Riesen, eines — ja, bei Gott, was für eine Stimme war es doch?

Und diese Stimme rief, gellend, dröhnend, sie scholl über das summende, brausende Berlin — in alle Ohren gellte diese Stimme.

Diese Stimme rief:

„Es lebe die Kameradschaft zwischen den Völkern!“ — Pause, der Platz gellte, Widerhall, Trommeln — „Nieder mit dem Krieg!“ — Stille, Gellen, Trommeln — „Alle Menschen sind Brüder . . .“