Schutzleute, Soldaten.

Schon stockte der Verkehr. Nur langsam konnten sich die elektrischen Wagen durch die Menschenmenge schieben.

Scharen von Kindern rannten dahin, deuteten zu den Dächern empor und schrien wie besessen: „Dort läuft er! Dort!“ Das ganze Stadtviertel war auf den Beinen.

Von der Bahnhofshalle her drang der schmetternde Marsch der Regimentskapelle. Nun gellte auch noch die Glocke der Feuerwehr — ein Löschzug!

Hedis Auto war mitten in die Menschenmenge geraten und konnte sich nur schrittweise, ohne Pause tutend, mit seinen Pneus den Weg bahnen.

Der Chauffeur wagte die Vertraulichkeit, sie durch eine Kopfbewegung auf die Ursache der Menschenansammlung aufmerksam zu machen. Da sah sie zu ihrem Schrecken hoch oben — in einer Dunstwolke von rostbraunem Staub — einen Menschen, staubig und kalkweiß, über den Dachfirst laufen.

Hedi kam vom Einkauf: Gardinen, Stoffe, Antiquitäten, es war schwer, etwas Ordentliches zu finden. In allen Geschäften und Magazinen jagte sie umher. Ihr Wagen lag voller Pakete, und neben dem Chauffeur blitzte aus dem Papier ein silberner Spiegel — spanischer Barock, etwas beschädigt, aber, nach ihrer Ansicht, zauberhaft, ein Traum!

Hedis Herz pochte. Bei Gott, es war die gleiche Querstraße, wo sie einst, im Sommer, Otto das Abschiedssouper gegeben hatte.

„Fahren Sie!“

Eine schweißtriefende Zeitungsfrau drängte sich in diesem Moment, einen Pack noch nasser Zeitungen unter dem Arm, am Auto vorüber und schrie mit gellender Stimme dicht an Hedis Ohr: