„Hier stehe ich!“

Langsam schaukelte die Droschke durch die Sintflut. Dönhoff streckte die Nase durch das Fenster und schnupperte. Herrlich diese Luft, herrlich dieser Regen und geradezu berauschend das Knattern des Donners. Endlich etwas Lärm! Die Straßen waren wie reingefegt. Nur dann und wann das Klatschen von Pferdehufen und das Rasseln eines eisernen Ungeheuers, das Dönhoff als ein Auto feststellte.

Endlos war diese Reise in das Bayrische Viertel, aber ein Hochgenuß. Zum ersten Male verließ er sein Zimmer in der roten Backsteinvilla, wo keine Seele sich um ihn kümmerte. Frei! Frei! Er zündete sich eine Zigarette an, verbrannte sich etwas die Nasenspitze, aber das schadete nichts. Wie eine Reise erschien ihm diese Droschkenfahrt durch das dunkle, regenrauschende Berlin.

Da hielt die Droschke, und Dönhoff kroch heraus.

„Und nun, mein Freund, eine große Gefälligkeit, da ich schlecht sehe — klingeln Sie den Portier heraus. Ich möchte zu Fräulein Alexa Alexandra.“

Alexa Alexandra? Eine Tänzerin, das heißt weniger eine Tänzerin als eine Dame. Früher war er befreundet mit ihr, er hatte sie gewissermaßen entdeckt, kreiert. Petersen hatte ihm im Telephonbuch ihre jetzige Adresse aufgesucht.

Der Kutscher steckte sein Benzinfeuerzeug in Brand, überzeugte sich, daß die Banknote echt war, und begann den Portier herauszuklingeln.

„Er bekommt ein schweres Trinkgeld — sagen Sie —“

Und dieser Portier brachte ihn im Lift zu Alexa Alexandra hinauf.

„Bitte, klingeln Sie — ich sehe schlecht!“