„Gnädige Frau reiste gestern ab — nach Pommern, aufs Land, zu einer Familie Olsen. Bitte Exzellenz Platz zu nehmen, ich werde sofort ein Glas Wasser bringen.“

„Olsen, sagten Sie?“

„Ja, Olsen. Darf ich nun bitten — eine Sekunde — Exzellenz sind ganz blaß geworden . . .“

„Und Hauptmann v. Dönhoff?“

Petersen tat erstaunt.

„Er wohnt schon seit einiger Zeit nicht mehr hier. Er verließ uns, mitten in der Nacht. Aber gnädige Frau werden sehr bedauern —“

Am Nachmittag verließ ein Gutsbesitzer die rote Backsteinvilla in der Lessingallee. Oder auch ein Jäger, wie man will, dem Äußern nach jedenfalls eine Persönlichkeit aus der Provinz, die in Berlin von der Revolution überrascht worden war. Dieser Gutsbesitzer trug einen nach Kampfer riechenden, kurzen, altmodischen Jagdrock aus braunem Tuch, mit großen Taschen, schweren Lederknöpfen, und einem schmalen, schon etwas abgeschabten Pelzkragen. Ferner einen weichen, olivgrünen Hut, mit einer krummen Hahnenfeder hinten, wie Jäger ihn tragen.

Kaum hatte der Gutsbesitzer die Villa verlassen, so verschloß Petersen die Haustüre und ließ sämtliche Rolläden herab.

Immer noch blendete und funkelte die Sonne am wolkenlosen Himmel. Der Himmel selbst strahlte Verheißung.

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