Der Schritt des Generals stockt. Mitten auf dem Trottoir liegt, Arme und Beine von sich gestreckt, in einer Lache von Blut, ein toter Matrose. Rasch geht der General auf die andere Seite. Aber schon wieder erschauert er. Etwas weht feuerrot in der Dunkelheit, etwas fließt schimmernd weiß dahin, blitzschnell. Sein Herz bleibt vor Schrecken stehen. Gespenster? Gespenster in Berlin? Nein, es sind Masken, Vermummte, die eilig die Straße entlang huschen.
Tanzmusik und der Lärm eines Balles hinter herabgelassenen Rolläden.
Und wiederum Finsternis, Leere, Stille, die Stadt ist tot. Nur dann und wann klatscht ein Schuß. Das Gewehrfeuer prasselt in der Ferne.
Plötzlich empfindet der General deutlich, daß irgend etwas nicht in Ordnung ist. Er fühlt die Nähe eines Menschen.
Ein Schritt wandert hinter ihm! Immer hinter ihm her.
Und auch drüben, auf der andern Seite der Straße — ist es nicht auffallend? — schlürfen plötzlich Schritte. Zuweilen, wenn die Dunkelheit durch einen Lichtschein erhellt wird, sieht er drüben zwei kleine Gestalten dahinkriechen, die mit den Händen winken.
Und der Schritt knirscht hinter seinen Fersen her. Er überquert die Straße, der Schritt folgt ihm, er biegt um die Ecke, auch der Schritt biegt um die Ecke.
Da — nun spürt er den Atem seines Begleiters im Nacken. Eine tiefe, rauhe Stimme raunt dicht an seinem Ohre:
„Ich kenne dich!“
Der General zuckt zusammen. Er eilt weiter, er wagt nicht zur Seite zu blicken.