„Hahaha!“ Ganz fern.
Niemand. Er verschloß die Türe.
Ein Schritt raste die dunkle Straße entlang. Nein, nicht ein Schritt, ein Rudel von Schritten. Hinter dem einen rasenden Schritt her jagte eine Meute klappender Schritte. Geschrei.
Da setzte der Schatten eines schmächtigen Menschen über die Straße und verschwand im Gebüsch des Parkes. Ein Rudel von Schatten setzte hinter ihm her. „Haltet ihn, haltet ihn, den Spitzel!“
Die Stimmen verloren sich.
Kunze keuchte. Eine Sekunde noch und er wäre zusammengestürzt. Meilenweit hatten sie ihn gejagt und alle Wachtposten hatten auf ihn geschossen.
In Schweiß gebadet warf er sich auf den Boden. Da begann der ganze Park wie ein Hammerwerk zu pochen. Lob und Dank dem Herrn, sie hatten seine Spur verloren — ihre Stimmen klangen ferner und ferner. Ein Schrei — vielleicht hatten sie einen andern niedergeschlagen?
Noch keuchte die Brust, und schon begann Kunze wieder zu laufen. Durch den ganzen finstern Tiergarten eilte er. Furchtsam mied er Wege, ob sie breit oder schmal waren. Endlich kam er in eine Gegend des Parkes, die Sicherheit verbürgte. Es war dicht hinter dem Zoologischen Garten.
Eifrig spähte er in die dunkeln Baumwipfel empor — ja, hier, dieser war der richtige. Ein einladender Ast, nicht allzu hoch über der Erde, aber doch hoch genug, gerade was er suchte. Hinauf, schon war der Strick festgemacht, die Schlinge gebunden. So. Und nun rasch! Keine Stunde länger war dieses Leben zu ertragen — ja, schade, er hatte nicht einige Autos zur Verfügung, um über die Grenze fahren zu können —
Nur noch eine Sekunde, bitte, bis er Atem geschöpft hatte — und dann: hinab!