Der Havelock atmete auf.

Da aber erschien der weite, graue, offene Soldatenmantel in der Türe — und sofort rückte der Havelock den steifen Hut zurecht und ging.

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Ja, die Tochter des Generals selbst hatte ihn in diese Küche geführt — sehr einfach — obwohl er nie ein Wort mit ihr gesprochen hatte . . .

Hinab die Friedrichstraße segelte der Havelock mit dem steifen Hut. Es sah aus, als schwimme er, aufrecht stehend, so unmöglich das ist. Er trippelte und schlürfte, die Knie etwas eingebogen, die linke Schulter eine Kleinigkeit geneigt. Seit gestern morgen war er unterwegs, hatte nur auf einer Bank im Tiergarten ein kleines Nickerchen getan, im Regen — nun fühlte er seine Beine und Füße nicht mehr.

Ohne jede Anstrengung glitt er vorwärts, es ging von selbst. Er rollte auf einer kleinen Wolke dahin, nicht größer als ein gefüllter Kartoffelsack. Zuweilen spürte er sie wie Teig unter den Sohlen. Er konnte auf dieser kleinen Wolke auch ausbiegen, nach links, nach rechts, ohne jede Mühe —

Ja, sie selbst — seine Tochter, das gnädige Fräulein.

Er stand da bei einem Zigarrenladen, mitten in dem Zug von gierigen Rauchern, die warten, bis geöffnet wird, und die Zigarren steigen im Preise, während sie warten. Das ist Tatsache! Da stand er also und sprach mit einem Soldaten, Kraftfahrer. Dieser Kraftfahrer kannte nicht die Höhe von Quatre vents, er kannte nicht Roberts Bataillon, das am 5. August stürmte, aber er kannte den Chauffeur des Generals, Schwerdtfeger mit Namen, und der General war seit vier Wochen nach Berlin kommandiert! Wie? Hier? Welch ein Zufall! Wieviel hundert Soldaten hatte er angesprochen, und nun führte ihm Gott diesen Kraftfahrer in den Weg!

Er war hier? Hier! Schlaflos die Nächte, ruhelos die Tage.

Ja! Dieses Gesicht —!