Ein anderes Regiment meldet, daß es infolge starken Artilleriefeuers nur mühsam aus dem Graben kam, jetzt aber rasche Fortschritte mache. Leider einige Offiziere gefallen. Kompanieführer X., Leutnant Z. – Vor ein paar Stunden sprach ich noch mit ihnen.
Der General blickt vor sich hin und holt tief Atem.
Es ist Krieg, Krieg, man darf es nicht eine Minute vergessen.
Meldung um Meldung. Das Regiment Z. meldet, daß es einhundertundfünfzig Gefangene gemacht habe. Punkt erreicht. Anschluß an Nachbarregiment.
Die Meldungen lauten alle gleich günstig. Hundert Gefangene, zweihundert, dreihundertfünfzig – kein Zweifel: der Angriff ist geglückt. Wir haben gewonnen!
Um zwölf Uhr meldet der Bursche: „Herr General, die ersten Gefangenen!“
Wir sehen einander erstaunt an. „Schon,“ sagt der General, und wir gehen durch den Wald, hinüber zum Knüppelweg.
Da stehen sie. Drei Stück. Verschwitzt und bestaubt kommen sie aus den Gräben. Sie machen einen jämmerlichen Eindruck. Einer trägt ein Käppi. Er ist ganz grau, Bretone, einundvierzig Jahre alt. Seine schmutzigen groben Hände zittern vor Erregung. Die beiden anderen sind junge Burschen, gegen zwanzig, klein, schwarzhaarig, mit runden schwarzen Glotzaugen. Sie tragen blaugraue Stahlhelme auf den runden Köpfen, Helme, die den alten Sturmhauben des Mittelalters ähneln und ganz neu sind. Die Burschen gefallen mir nicht. Und als ich anfange, sie auszufragen, bekommen sie auch sofort Streit. Einer wirft dem andern vor, sich im Unterstand versteckt zu haben. Sie hatten es eilig, in Gefangenschaft zu geraten, das kann ich sehen. Es sind Leute aus Toulouse.
„Was wird man mit uns tun?“ fragt einer der Tapferen mit dem Stahlhelm mit einem ängstlichen Blick.
„Man wird euch in ein Lager nach Deutschland schicken,“ antworte ich. Er ist befriedigt. Was dachte er denn –??