So strömt es unaufhörlich vorüber, und die Granaten rauschen und zischen ohne Pause über den Wald.
Ein Grauer, mit blutigem Kopfverband, tritt an den General heran und schlägt die Absätze zusammen.
„Wo kann ich Herrn Major Soundso sprechen? Ich habe eine Meldung zu machen.“ Das Blut tropft dem Tapferen übers Gesicht.
„Was soll es sein?“
„Das Regiment hat drei Gräben genommen und über zweihundert Gefangene.“
„Ich werde es bestellen lassen. Aber nun schauen Sie, daß Sie sich mal erst ordentlich verbinden lassen.“
Der Graue klappt mit den Stiefeln. Ab. Ja, was für Leute das sind!
Ein anderer kommt vorbei, den Kopf verbunden. Er war schon vor dem Sturm verwundet worden, machte aber noch den ganzen Angriff mit.
Die Gefangenen fluten in dichten Zügen heran. Sie werden aufgestellt und gezählt. Fast alle tragen diese blaugrau angestrichenen Stahlhelme. Vereinzelte nur tragen Käppis oder haben sich ein Schnupftuch um den Kopf gebunden. Sie sind schmutzig, verwildert, zerfetzt und verstaubt, stumpf, bleich und erschöpft und kleinlaut, wie alle Soldaten, die aus der Schlacht kommen und in Gefangenschaft gerieten. Aber sie machen einen weitaus besseren Eindruck als die ersten drei. Es sind Leute teils aus den nördlichen Departements, Bretagne, teils aus dem Süden, Toulouse, Nîmes, Marseille. Manche rauchen schon wieder ihre Pfeife oder den Zigarettenstummel. Einer trägt einen halben Laib Brot, einer eine Decke. Sie zeigen die Photographien ihrer Frauen und Kinder und fragen, ob sie sie behalten dürfen. Natürlich dürfen sie das! Zuweilen schütteln sich ein paar die Hand, die sich hier wiederfinden. Es ist ein langes, bedeutsames Händeschütteln!
Manche sind verwundet und tragen Verbände. Einem ist die Hand zerschmettert, dem anderen hat eine Kugel den Arm durchschlagen.