„Seine Münze ist außer Kurs!“ sagte der Viehhändler. „Hat er nicht selbst gesagt, daß er niemals bezahlt?“

„Schenken, schenken — meine Herrn?“

„Bitte, bitte!“ triumphierte der Messerschmied. „Sie großes Maul von einem Edelmann — Sie Vagabond von einem Edelmann (er sagte Vagabond), bezahlen Sie, haha — so etwas von — haha.“

„Geduld!“ sagte der Lehrer. „Sofort werde ich Sie befriedigen, verehrter Herr!“ Er musterte spöttisch die Gesellschaft und zog mit der Hand den schwarzen Bart herab, so daß seine roten Lippen zum Vorschein kamen. Sie sahen aus, als pfeife er. Er rief über die Scheidewand ins Nebenabteil hinüber — „neun Mark und fünfzig — schenken!“ Aber man lachte und sagte ihm Schmeicheleien.

„— so etwas von einem großen Maul von einem Edelmann — haha!“

Der Lehrer lächelte, er verlor nicht die Fassung. Er zuckte bedauernd die Schultern und sagte: „Aus Kieselsteinen läßt sich kein Likör abziehen, ich hätte das wissen sollen. — Aber Geduld, Edler, wenn ich nicht sofort bezahle, so sollen Sie sagen, ich sei eine Null, ein Loch, eine Einbildung, ein eingesessener Bürger.“ Damit wandte er sich an den jungen Mann, der in der Ecke schlief.

Der junge Mann saß mit geschlossenen Augen. Die Lippen halb geöffnet, den Hut auf den Knien, genau so wie er sich nach seinem Eintritt gesetzt hatte. Er hatte dunkelbraunes weiches Haar, eine hohe Stirne, die weit über die Augen vorsprang, sein Gesicht war fein, mager und lang, ohne Bart und von jener weißlichen Hautfarbe, wie man sie oft bei Rothaarigen findet. Sein Mund war knabenhaft und rot.

Der Lehrer näherte sich ihm und berührte seinen Arm mit der Fingerspitze.

Sofort schlug der Fremde die Augen auf, braune, sanfte Augen; nun sah sein Gesicht auffallend schön und strahlend aus.

Der Lehrer verbeugte sich und wiederholte seine Bitte: „neun Mark und fünfzig Pfennig, sofort. Wenn es dem Herrn möglich sein sollte.“