Gelächter.
Aber nun ereignete sich etwas, was alle verblüffte, nur den Lehrer nicht. Der Fremde lächelte, richtete sich ein wenig auf und griff in die Tasche und klimperte mit Geld. Es reichte nicht. Er errötete leicht, griff nach dem gestickten Reisesack und öffnete ihn, tauchte mit der langen Hand hinein und zog ein Taschentuch mit einem Knoten heraus. Den Knoten öffnete er und es fand sich ein zusammengefaltetes Stück Papier darin Diesem Papier entnahm er ein kleines Goldstück und gab es dem Lehrer.
„Danke!“ sagte der Lehrer und verbeugte sich. Er wandte sich an den Messerschmied. „Sie sehen, daß es noch immer Edelleute auf der Welt gibt. Bitte, Herr Messerschmied Ulrich!“
Alle saßen mit aufgerissenen Mäulern und Augen und begannen erst zu lachen, als der Messerschmied, der einen Augenblick nicht wußte, was er tun sollte, das Goldstück einsteckte und fünfzig Pfennig zurückgab. Diese fünfzig Pfennig überreichte der Lehrer dem Fremden, der sofort wieder die Augen schloß und sich in die Ecke zurücklegte.
In der letzten Station — Stadt Weinberg — stieg ein Herr mit glänzendem Zylinder und schwarzem gewichsten Schnurrbart ein. Adjunkt Kaiser grüßte und rückte höflich zur Seite. Das Gespräch stockte. Dann wandte sich der Viehhändler an den Herrn mit dem glänzenden Seidenhut.
„Verzeihen Sie mir die Kühnheit;“ sagte er mit schmeichlerischer Stimme. „Können Sie mir vielleicht Auskunft geben, ob man dieses Dienstmädchen, diese Selbstmörderin, kirchlich beerdigen wird oder nicht?“
Der Herr mit dem Seidenhut legte die Stirne in Falten und sagte kühl: „Nein — soviel mir bekannt ist — hat das Dekanat von einer Einsegnung Abstand genommen.“
Er zog ein Notizbuch heraus und blätterte darin, um weitere Fragen abzuschneiden.
Der Händler verneigte sich. „Danke!“ Und er flüsterte den andern zu: „Nein, nein.“
Der Schuhmachermeister nickte resigniert mit dem Kopfe und bot allen eine Prise an.