Susanna hielt inne und lauschte.
Man hörte Mütterchen in der Küche draußen mit Geschirr klappern. Man vernahm auch Eisenhuts Stimme. Er sagte etwas und Mütterchen machte pst, pst! Aber Eisenhut kümmerte sich nicht darum. Er sagte laut: „Ach was! Machen Sie doch keine solche Wirtschaft! Es ist sein Beruf Krankenbesuche zu machen, dafür wird er ja bezahlt, punktum.“ Er sagte es absichtlich laut, damit man es durch die Türe höre. Mütterchen schrie leise auf und sagte: Pst, pst! Eine Tasse klirrte am Boden und Eisenhut lachte belustigt. Er meckerte nicht, er lachte ganz anders als sonst.
Es war still im Zimmer und man hörte die kleine Uhr ticken und schnarchen, denn die kleine Uhr hatte die Angewohnheit zuweilen zu schnarchen, als ob sie aufatme.
Susanna errötete, ganz langsam stieg ihr das Blut ins Gesicht, während sie die großen Lider niederschlug, die an die Lider eines Vogels erinnerten. Sie saß still, bewegungslos und wagte kaum zu atmen.
„Wie geht es weiter mit Ihren Türken?“ fragte Grau.
Aber Susanna wandte ihm den Blick zu, mit einer hilflosen Bewegung der Hände flüsterte sie hastig: „Er hat getrunken, Sie hören es am Lachen. Er hat auch sein Gewehr dabei, da steht es zumeist schlimm um ihn. Dann kann er so boshaft sein, so schrecklich boshaft.“
Grau lachte. „Er wollte Mütterchen erschrecken, das tut mir leid,“ sagte er absichtlich laut. „Was seine Bemerkung anbetrifft, so weiß er recht gut, daß ich so etwas richtig auszulegen verstehe. Er weiß es recht gut, denn er ist klug, Herr Eisenhut!“
Eisenhut räusperte sich in der Küche.
„Freilich! Sie sind so vernünftig,“ hauchte Susanna. „Nun wird Mütterchen sich aber nicht ins Zimmer wagen?“
„Klingeln Sie ihr!“