Susanna klingelte und Mütterchen erschien zaghaft in der Türe. Sie trug ein Servierbrettchen in der Hand.

„Die Zeitung — die Zeitung, nehmen Sie die Zeitung nur mit!“ rief Eisenhut, dessen gerötetes Gesicht in der Türspalte erschien. Er beugte sich vor und legte ein Zeitungsblatt auf das Servierbrett. „Für ihn, für Herrn Grau!“ fügte er hinzu und lachte und zog die Tür zu.

Susanna wurde glühend rot. Mütterchen wagte Grau nicht in die Augen zu blicken. „Wenn der Herr mir die Ehre antun wollen?“

Grau dankte. Er wechselte einige Worte mit Mütterchen und Mütterchen schlich sich wieder hinaus.

„So ist es gut!“ sagte Susanna mit einem dankbaren Blick. „Nun ist sie glücklich! Was ist es denn mit der ‚Zeitung‘?“ fragte sie. „Was will er nur damit?“

Grau fand eine angestrichene Notiz: Der Geselle Anton Hammerbacher hat vor dem Vormundsgericht die Vaterschaft des Kindes der Dienstmagd Margarete Sammet eingestanden. An den Rand hatte Eisenhut geschrieben: „Seiner Aussage ist unbedingter Glaube zu schenken — hahaha! Eisenhut!“

Grau verbarg rasch sein Erstaunen.

„Aber Ihre Notiz in der Zeitung?“ sagte Susanna.

Grau zuckte die Achseln. „Man kann sich täuschen,“ sagte er, „aber kümmern wir uns nicht um diese Geschichten, Fräulein Susanna!“ Wie sonderbar, dachte er, deshalb hat wohl Herr Eisenhut getrunken, weil diese Notiz erschien! Ein merkwürdiger Mann! Er lächelte und wandte Susanna den Blick zu und sie mußte ihn ansehen. Susanna besann sich, was Graus Blick zu bedeuten habe.

„Sie haben nicht zu Ende erzählt.“