Susanna schüttelte den kleinen Kopf. Alle Lust habe sie verloren.

„Sie haben angefangen, Sie müssen fortfahren,“ beharrte Grau und sah Susanna in die Augen, „bis ans Ende müssen Sie erzählen. Sie sind übrigens plötzlich mit dem Expreßzug davon gefahren, und was ist aus Ihrer Bank geworden? Die haben Sie wohl ganz vergessen?“

Susanna sah ganz erschrocken aus. Ja, bei Gott, da habe sie gänzlich diese Bank vergessen! „Wie aufmerksam Sie doch zuhören?“ sagte sie und richtete sich auf. „Ich habe die Bank vergessen, das ist wahr. Ich — ja, lassen wir die Türken sein. Was wollte ich doch bei den Türken? Ich werde Ihnen erzählen, denn ich muß Ihnen alles sagen. Ich muß! Sprechen Sie, wie ist das: Sie sagen, erzählen Sie, Sie sagen ein kleines Wort und ich muß Ihnen folgen. Sie sehen mich an und ich muß. — Adele hat mir erzählt, Sie sind bei einem schwerkranken Flickschneider gewesen, der vor Schmerzen nicht schlafen konnte, und Sie haben zu ihm gesagt: ‚Schlafen Sie‘ und sahen ihn an. Da schlief er.“

Grau schüttelte den Kopf.

„Doch!“ sagte Susanna. „Die ganze Stadt spricht darüber, selbst die Ärzte, denn sie konnten ihn ja nicht mehr einschläfern.“

Grau lächelte.

„Er schlief ja fast schon, Fräulein Susanna. Da legte ich ihm die Hand auf die Stirn und sagte: Schlafen Sie — das ist alles.“

Susanna lachte und hustete. „Ich sagte ja ganz dasselbe, mein Freund, nichts andres. Es ist ja so merkwürdig mit Ihnen. Sie kamen zu mir herein und sofort begann ich zu erzählen, Dinge, die ich noch niemand erzählt habe, und doch waren Sie ein Fremder. Aber ja, ich will fortfahren, lassen Sie mich alles sagen. Es tut gut. Ich liebe es. Wir waren bei den Türken, nicht wahr? Bei den Träumen, ja.“

„Die Sie träumten, während Sie auf der Bank da droben saßen und warteten.“

„Ja, als ich wartete.“