Grau lächelte. „Mein schönstes Erlebnis erzähle ich nicht,“ sagte er „aber wenn ich Ihnen eines von meinen vielen schönen Erlebnissen erzählen darf? Ein kleines hübsches Erlebnis, wenn Sie wollen. Einmal fuhr ich des Nachts in einem Zuge und an meiner Seite saß ein junges Mädchen, ein auffallend schönes und zartes Geschöpfchen. Sie war sehr müde, immerfort fielen ihr die Augen zu und ihr Köpfchen schwankte hin und her. Ich dachte, wollte sie doch den Kopf an meine Schulter legen — und so geschah es. Plötzlich sank ihr Kopf an meine Schulter, sie schlief. Sie schlief die ganze Nacht an meiner Schulter und atmete so tief.“ Das erzählte er.

„Wie hübsch!“ sagte Adele und lachte. „Sehen Sie die Lauben und all die närrischen Leute? Wie gefällt Ihnen der Ball?“

„Prächtig!“

„Echte Provinz — haha! — echte, gute Provinz, Herr Grau. Ich glaube Sie sind noch nicht oft auf Bällen gewesen, wie? Ich werde Sie später meiner Mutter vorstellen, sie hat mich gebeten darum. Wir werden auch ein Glas Sekt zusammen trinken. Lassen Sie mich eines wissen, können Sie tanzen? Aber ich befürchte Sie können es nicht —“

„Doch,“ sagte Grau, „ich habe tanzen gelernt als ich zwölf Jahre alt war.“

„Unmöglich!“

„Zu Hause, ja. Meine Mutter gab mir Unterricht.“

„Ah! — Ja, das Kostüm ist echt, da haben Sie recht. Ein Onkel, ein Gesandter, hat es mir geschenkt. Auch der Fächer ist echt. Sie sind der erste, der das fragt, denn der Fächer ist ja so schlicht. Oh, welches Geschrei! Sie fühlen sich hier nicht heimisch, wie? Ich protegiere Sie ein wenig, wenn Sie mir das erlauben. Wollen wir jetzt tanzen? Ja! Kommen Sie!“

Sie legte ihre Hand in seinen Arm.

„Sie haben doch in den letzten Tagen soviel Orgel gespielt? Sie waren es doch, nicht wahr?“ fragte sie während sie sich geschickt durch die Menge bewegte.