Nun klopfte Eisenhut auf den Tisch.

Die schwarze Jüdin mit dem vollen weißen Busen wandte sich ihm zu. „Sofort, sofort, mein schöner Herr!“ rief sie. „Willst du eine Flasche, eine ganze Flasche? Nur zwanzig Mark!“

Eisenhut starrte auf ihren weißen Busen, er lächelte, dann sah er auf Adele und rief: „Eine ganze Flasche, jawohl. Zwanzig Mark, einerlei.“ Er sprach immerzu mit verstellter, quiekender Stimme.

Da drehte sich Adele rasch um und sagte: „Es ist Herr Eisenhut! Für ihn geben wir es nicht so billig. Er soll etwas besonderes tun!“

Eisenhut legte den Kopf auf die Seite und lächelte. Aber dann machte er sich ganz steif und quiekte mit verstellter Stimme: „Sind Sie auch sicher, daß es Herr Eisenhut ist?“

Adele lachte laut auf. Und alle Umstehenden lachten. Das könne ein Blinder sehen. Er könne ruhig die Maske abnehmen.

„Maske ab! Maske ab!“ schrieen die Herren.

Eisenhut meckerte und nahm langsam die Maske ab. Sein gelbes verlebtes Gesicht kam zum Vorschein, er lachte, strich sich den Spitzbart und gab dann allen ringsum schüchtern die Hand. Er verneigte sich auch gegen die Herren, die um den alten Freiherrn von Hennenbach herum standen. Man schrie und schüttelte ausgelassen seine Hand. Er ließ die Blicke herumwandern, zuletzt heftete er seine kleinen entzündeten Augen auf Adele.

„Wie merkwürdig, daß Sie mich sofort erkannt haben!“ sagte er. „Guten Abend, Fräulein von Hennenbach!“ Er machte auch einen schüchternen Versuch, ihr die Hand zu reichen.

Aber Adele sah die Hand nicht. Sie lachte. „Nun will ich Ihnen einschenken, ich werde es selbst tun, aber Sie müssen ein übriges tun, verstehen Sie, es gehört für die Armen, das wissen Sie ja. Sie werden für jedes Glas hundert Mark bezahlen, nicht wahr?