„Bravo! Bravo!“ riefen die Herren.

Eisenhut sah Adele an. Seine Augen wurden glänzend, gleichsam als ob sie erwachten. Dann lächelte er und zeigte seine schlechten, zerfressenen Zähne.

„Sie scherzen?“ sagte er.

„Scherzen? Nein, ich bin gar nicht in der Laune zu scherzen!“

Er betrachtete Adele, die mit dem Füllen des Glases beschäftigt war. Seine Augen glänzten, er blickte auf Adeles Haar, ihre glitzernden Hände, ihre Arme, er lächelte und für einen Augenblick erschien sein Gesicht friedevoll und schön, seine Wangen färbten sich. Adele füllte sorgfältig das Glas. Aber je mehr der Wein in dem schlanken Kelche stieg, desto mehr veränderte sich Eisenhuts Gesicht. Das Lächeln verschwand, der Friede und die momentane Schönheit, sie verschwanden, die vielen tiefen Linien und Falten erschienen wieder, die Stirn wurde niedrig, der Mund zog sich zusammen, die Farbe wurde gelb und alt. Dann wurde sein Gesicht fahl. Adele reichte ihm das Glas und er sah ihren Augen an, daß sie nicht scherzte.

„Fräulein von Hennenbach?“ stotterte er.

Über Adeles weiße Hand floß der Wein, über all die Ringe, die Steine. „Herr Eisenhut?“

„Hundert Mark? Hundert M—?“ fragte Eisenhut leise. „Hundert Mark — aber ganz unmöglich?“ Er lächelte beklommen.

Alle lachten über den Ausdruck seines Gesichtes, auch Adele.

Eisenhut raffte sich zusammen.