„Sehen Sie her!“ sagte Eisenhut und schüttelte den Kopf. „Solch ein Hund!“ Er stampfte mit dem Fuße und rief: „Warum bellst du nicht, wenn ein Fremder kommt!“ Das Hündchen rannte entsetzt davon und kroch unter einen Diwan.
Eisenhut stellte die Kerze auf den Tisch und sank erschöpft auf den alten Lederdiwan. Er schloß die Augen und sah aus wie ein Greis. Er zitterte am ganzen Körper.
Das Zimmer war eine Art Halle und hatte eine gewölbte Decke und zwei breite Fenster in tiefen Nischen, der Boden war krumm und knarrte bei jedem Schritte; ein mächtiger hellbrauner Ofen in der Form eines Würfels, der auf vier Kugeln stand, der alte Lederdiwan, ein hoher zerrissener Sessel mit geschnitzter Lehne, ein großer schwarzer Schrank, einige Stühle, der Tisch, das war alles, was im Zimmer stand. Die Wände waren vollständig nackt, nur an dem Pfeiler zwischen den Fenstern hing ein Bild, jedoch bis zur Unkenntlichkeit vom Rauch geschwärzt. Die Fenster waren ohne Gardinen, das Zimmer kahl und unordentlich, man konnte glauben in einem Gefängnis zu sein.
Es war eisig kalt hier.
Plötzlich sah Grau Eisenhuts Augen auf sich gerichtet, Eisenhut verfolgte ihn mit den Blicken. Er lächelte spöttisch. Dann begann er zu sprechen, aber die Stimme versagte ihm, er räusperte sich und begann von neuem. „Weshalb gehen Sie denn nicht?“ fragte er heiser. Er zitterte.
„Davon ist nun gar nicht die Rede. Vor allen Dingen will ich Feuer anschüren,“ versetzte Grau. „Wo kann ich Holz finden? Sie müssen trachten ins Bett zu kommen, Herr Eisenhut.“
Eisenhut schloß wieder die Augen; er wiegte den Kopf hin und her und murmelte, daß er gewohnt sei, in den Kleidern zu schlafen.
Grau ging hinaus und suchte die Küche. Hier fand er einen großen Haufen von Tannenzapfen, Ästen, Stücken von Latten und Splittern von Bauholz. Das zerbrochene Rad eines Kinderkärrchens lag dabei, ein Peitschenstiel, ein unbrauchbarer Kochlöffel und viele Dinge, wie man sie auf der Straße finden kann. Auf ein Bord waren Kohlenbrocken gelegt, geordnet zu einem langen Zuge, Stückchen um Stückchen, einige Reihen. Ebenso entdeckte Grau auf einem Gesimse eine Sammlung alter Eisenteile, Schrauben, Nägel, Hufeisen, das Stück einer Eisenbahnschiene und einen Türdrücker.
Grau füllte den gelben Ofen mit Holz und machte Feuer. Dann kam er wieder aus der Küche zurück mit einem Kochtopf voll Wasser, mit Tellern, Messern, Brot und einem riesigen Stück Speck, das er in der Küche entdeckt hatte. Er stellte den Topf auf den Ofen, schnitt Brot und Speck und hantierte lautlos, während Eisenhut auf dem Diwan saß und zu schlafen schien. Zeitweise öffnete er ein Auge und lächelte spöttisch. Das kleine Hündchen streckte die Schnauze unter dem Diwan vor und verfolgte jede Bewegung Graus.
Der dicke Ofen begann zu prasseln und zu fauchen, manchmal knallte es wie Schüsse in seinem Innern und weißlicher dicker Rauch quoll aus den Fugen.