Es war lange still. Dann ging Grau hinaus und holte Gläser aus der Küche.

Eisenhut blinzelte. „Sie bemühen sich!“ sagte er leise. „Sie bemühen sich!“ Er lächelte spöttisch.

Grau lächelte und antwortete freundlich: „Die Mühe ist sehr gering, Herr Eisenhut. Wenn Sie mir einen Dienst erweisen wollen, so sagen Sie mir, bitte, ob ich nicht etwas Kognak finden kann.“

Eisenhut lächelte und deutete auf den alten schwarzen Schrank.

Dieser Schrank sah im Innern aus wie das Schaufenster eines Branntweinfabrikanten, er war angefüllt mit Flaschen von allen Größen und Farben und Formen, zierlichen Flakons, dicken Bocksbeuteln; Eisenhut schien auch Liebhaber von Phantasieflaschen zu sein, da stand eine Flasche aus zwei Kugeln, ein pechschwarzer Neger in rot-weiß-gestreifter Badehose und mit weißen lachenden Zähnen, und andere Sehenswürdigkeiten. Eine Menge von Kerzenstumpfen und Zigarrenresten, ein Revolver und ein Fernglas lagen in dem obersten Fach, das mit staubigen Weinflaschen vollgestopft war.

„Ah, das ist ja ganz prächtig,“ sagte Grau. „Hier haben wir alles was wir brauchen.“

Er bereitete Grog und stellte ein Glas vor Eisenhut. „Bitte,“ sagte er. Er blickte im Zimmer umher, schüttelte den Kopf und fuhr fort: „Wie häßlich Sie doch wohnen, Herr Eisenhut! Ein Mann wie Sie, Gott stehe mir bei! Wie schön könnten Sie es hier haben, eine freundliche Farbe an den Wänden, Vorhänge, ein hübscher Teppich. Ein paar Bilder, die Sie erfreuen, so oft Sie sie ansehen, eine Uhr mit einem langen Pendel, die Ihnen die Zeit vormißt und etwas Lärm macht. Sie könnten es schön haben, daß es eine Freude wäre, zu Ihnen zu kommen.“

„Sie haben auch keine Bücher hier. Ein Bord mit schönen Büchern. Wenn Sie allein sind oder müde, dann könnten Sie sich in den Sessel setzen und lesen bei der Lampe. Ich liebe das sehr, ich für meine Person. Es gibt so herrliche Bücher. Die ganze Welt ist darin, alles was die Menschen gedacht und gefühlt haben. Sie können in der Gesellschaft von wirklich großen und außerordentlichen Menschen leben, die alle wie Freunde zu Ihnen sind. Sie finden Friede, Ruhe und Halt, Freude, Schönheit und Rat. Sehen Sie, hier an dieser Wand, da könnten die Bücher stehen. Ich werde mit Ihnen in den nächsten Tagen zum Buchhändler gehen. — Wollen Sie nicht den Grog trinken? Der wird Ihnen gut tun. Vielleicht wünschen Sie ihn ein wenig stärker?“

Eisenhut schüttelte den Kopf, ohne die Augen zu öffnen.

„Seien Sie kein Narr! Ich will Ihnen die Schuhe ausziehen, es wird warm hier, alle Wetter! Das ist gut für uns beide.“ Grau zog ihm die Stiefel aus. Eisenhut richtete sich auf und blickte sich nach dem Hündchen um. Das kleine braune Hündchen verschwand blitzschnell unter dem Diwan und zerrte ein Paar alte Pantoffeln hervor.