„Ich meine nur. Ich habe gehört, Sie haben Ihr Bett verschenkt und behelfen sich selbst mit einem Strohsack?“

Grau lächelte. „Eine merkwürdige Stadt!“ sagte er. Sonst nichts.

„Eine Dame hat es erzählt. Das Bett gehört ja zum Pfarrhause, es gehört nicht Ihnen?“

„Ich werde ein neues Bett kaufen,“ sagte Grau. „Sagen Sie der Dame, sie könne ganz unbesorgt sein. Ich habe das Bett hergeliehen, einer armen Wöchnerin. Ja, mein Gott, ich kann doch da nicht erst lange fragen, wem das Bett gehört? Eine ganz merkwürdige Stadt!“ — Adele lachte leise.

Sie gingen schweigend an der Parkmauer entlang bis zum Gitter. Adele blickte hinein. Im Hause war ein Flügel beleuchtet und man hörte ein Klavier.

„Wir haben Gesellschaft,“ sagte sie, „die Offiziere von Weinberg.“ Sie sah zu den hellen Fenstern hinauf und lauschte. „Es ist Mama, die spielt.“ Sie blickte in den weiten Park hinein, dahin wo er ganz dunkel lag, und schüttelte den Kopf. Sie fröstelte. Sie blickte Grau lange an. Dann sagte sie mit einem Blick auf die hellen Fenster: „Ich habe keine Lust. Kommen Sie!“

Sie gingen weiter, den Weg entlang, der in den Wald führte. Es war ein Kiesweg und man sah ihn weit hinein in den Wald fließen, obgleich es hier ganz dunkel war. Zu ihren Häupten schlängelte sich eine schmale blaue Straße des Himmels und ein früher Stern wanderte darauf. Bald versank jeder Laut hinter ihnen und sie waren allein.

Zuerst hörten sie ihre Schritte auf dem Kies, aber das Ohr gewöhnte sich daran und lauschte auf die tiefe Ruhe des Waldes.

„Welcher Friede, fühlen Sie!“ sagte Grau leise.

„Ja, hier ist Friede!“ sagte Adele, deren Gesicht in der Dunkelheit zu leuchten anfing. Sie stand still und wandte die Augen auf Grau. Er sah ihre Augen, so hell waren sie. „Horchen Sie! Hören Sie das Klavier nicht mehr?“