Und der Gedanke flüstert in ihm, flüsterte, lachte, sang —

Die Sonne ging unter und Grau ging hinein ins Haus und arbeitete. Die Arbeit ging vorwärts, Ungeduld und Jubel erfüllten ihn. Diese ‚Reden‘! Denn bald wollte er ja hinausziehen und zu den Menschen sprechen, zu den Tausenden, Tausenden!

Neuntes Kapitel

An einem Nachmittage kam Adele zu ihm. Er schrieb gerade, als er ihren Schritt hörte und hielt die Feder an und erblich.

Sie war ohne Hut und ihre schwarzen Haare rahmten scharf das schmale Gesicht ein. Ihre Wangen waren von der Wärme gerötet, so erschienen ihre Augen noch heller und lebendiger. Ihre Lippen glänzten. Im Winter waren sie schmal und blaß, im Sommer geschwungen und rot, wie merkwürdig war doch das. Sie trug ein dünnes Kleid von der Farbe verblaßter Veilchen, eine große hellrote Koralle hielt es an der Brust zusammen. Kühle und Duft gingen von ihrem leichten Kleide aus.

Sie blieb lächelnd an der Türe stehen.

„Ich habe Sie wohl in der Arbeit gestört?“ sagte sie. „Sie schrieben gerade.“ Sie sah ihn mit klaren Augen an.

„Bitte, es ist eine höchst nebensächliche Sache, ich bitte Sie Platz zu nehmen. Sie befinden sich wohl?“

„Wie immer, danke!“ Sie sah sich um und öffnete halb den Mund, während sie Graus Zimmer betrachtete. Dann duckte sie den Kopf ein wenig und sah zum Fenster hinaus. „Wie eigentümlich ist es doch, den Park von hier aus zu sehen!“ sagte sie, ein wenig verlegen, da sie Graus Blick fühlte.

Sie schwieg und blickte Grau an, der totenblaß aussah.