„Sie ist so alt wie Gott und war im ersten Lichte und ist im Licht und ist das Beben des Lichtes. Sie hat alles durchdrungen und du findest kein Atom der Welt, das sie nicht durchdrungen hätte. Im Schlechten ein gehetzter Funke, im Guten ein Feuer.“
„Ohne Liebe gibt es ja kein Verstehen, ohne Liebe gibt es keine Wahrheit. Sie ist die Seele der Welt, das Geheimnis und sein Schlüssel. Sie ist das Ganze und der kleinste Teil.“
„Dein Leben ist mein Leben, Adele, dein Tod mein Tod, dein Tag mein Tag, deine Nacht meine Nacht,“ flüsterte er und küßte ihr die Hand. „Warte.“ Er bückte sich.
„Willst du nicht den Tau haben, Adele? Nimm ihn, öffne deine Hand, daß ich ihn aus den Blumen in deine Hand klopfe. Das ist der Tau, Adele!“
Adele lachte. Niemals lachte sie so glücklich.
„Ja, laß uns leben!“ rief sie aus. „Laß uns fröhlich sein und leben. Fliehe mit mir, ich will dein sein!“
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Der Tag nahte und Grau saß oben auf der Höhe auf einem Stein. Er regte sich nicht, er saß wie ohne Leben, er lächelte müde, seine Augen leuchteten.
„Es ist zuviel,“ flüsterte er, „es ist zuviel!“
Die Vögel begannen zu zwitschern. Er hörte es. Tau fiel ins Gras, kleine glitzernde Welten tropften von den Bäumen. Er regte sich nicht. Er lauschte.