Aber endlich wurde es dunkel und Grau verschwand irgendwohin. Er wartete oben auf der Höhe. Da saß er am Rand des Waldes, breitete die Hände vors Gesicht und lachte und weinte.

Es war ja nicht auszudenken, dieses Leben, dieser Glanz vor ihm, dieser Reichtum, so unerwartet und plötzlich! Daß ihm, ihm, ihm dieses Glück beschieden wurde, warum, weshalb? Gerade ihm dieses verwirrende Glück? Er konnte nicht daran denken. Er konnte nicht an die Zukunft denken, nein, das blendete, er konnte nicht an die vergangene Nacht denken, nein, nein, das funkelte. Er hörte ja immer noch wie die Vögel heute morgen im Walde zwitscherten —

Adele kam nicht in der ersten Nacht, auch nicht in der zweiten und dritten. Aber Grau erhielt ein Billet. „Mama ist nicht wohl. Ich bin dein, warte!“ stand darin, sonst nichts.

Gewiß, er wartete!

— — — — — — — —

„Schöne Tage sind nun für dich gekommen, mein Herz,“ sprach Grau zu seinem Herzen. „Freude und Glück, du hast Gnade gefunden vor dem Schicksal. Jubele!“

Tag und Nacht pochte Graus Herz laut in der Brust.

„Es ist schön geradeaus zu blicken, nach oben und unten, alle Dinge sind freundlich. Es ist schön die Augen zu schließen und in die Brust hineinzublicken, wo es funkelt von Herrlichkeiten.“

Die Tage waren schön, und schöner noch waren die Nächte. Die Tage waren sonnig und heiß, die Nächte warm und nahezu silberweiß vom Mond und den vielen, vielen Sternen. Die Stadt lag ganz in Sonne gebettet und funkelte wie ein Schmuck in einem Blumenstrauß. Freundliche Wolken zogen langsam über den tiefblauen, glänzenden Himmel, oft blieben sie stundenlang an der gleichen Stelle stehen, es war gänzlich windstill. Manchmal regnete es, nur fünf Minuten lang, während die Sonne schien, dann war die Luft um so köstlicher und alle Düfte des Sommers erwachten um so stärker.

Es war so schön und Grau war so glücklich, daß er plötzlich zu sich sagte: Könnte ich mir nicht einige Tage Ferien geben, wie? Zwei, drei Tage, an denen ich nur das Notwendige verrichte? Ja, ja, weshalb nicht, gehen und wandern, schauen und fühlen.