Es rauschte! War sie es, die kam?
Grau wartete. Sein Herz war so reich, daß er die Stunden nicht zählte. Er lag im Grase und atmete. Je tiefer die Nacht wurde, desto tiefer atmete er und endlich atmete er wie alles ringsumher, die Bäume, die Gräser.
Und er lächelte.
Zu denken an den gewaltigen Weltenatem! Wie?
Wir spüren ihn ja nicht, aber sein Hauch traf auch die Erde, deshalb atmete sie und alles, was auf ihr ist, die Luft, das Meer, das Feuer, die Tiere, alles, alles atmet.
Zu denken, daß das ganze Weltengebäude ewig zittert und bis in die kleinsten und fernsten Teile immerzu bebt von der großen schwingenden Kraft! Wir fühlen sie ja nicht, aber sie ist in allen Dingen. Wie die Sterne schwingen, so schwingt die Erde und wie die Erde schwingt, so schwingt das Blut in den Adern der Menschen.
Und überall pocht und pulst und bebt es! In den Urwäldern, den Sümpfen, wo es gurrt und miaut, in der Brust der Vögel und des Tigers, der auf Raub ausgeht, überall pocht es, die ganze Welt ist ja nichts als ein einziges großes pochendes Herz!
Zu denken, daß sie nichts ist als ein großes pochendes Herz! All, all das zu denken!
Grau schwindelte und er schüttelte den Kopf.
Da knackt es und Schritte kamen. Adele? Nein, es war ein Reh, das aus dem Walde trat um zu äsen, ein feines, junges Tier, das sich zierlich auf den dünnen Läufen bewegte.