Wie er in der Sonne stand, dachte Grau, ich sah ihn ja ganz deutlich, wie kühn, wie herrlich, nie mehr werde ich diese Erscheinung vergessen.

Er sprang auf. „Weiter, weiter, gehen und wandern, meine reichen Tage sind gekommen.“

Dreizehntes Kapitel

Grau erhielt einen Brief von Adele. „Warte! Mama ist besser, ich will mich ihr anvertrauen. Habe Geduld!“ Er traf die Schwestern Sinding auf der Straße und wechselte einige Worte mit ihnen. Zufällig kamen sie auf Adele zu sprechen.

„Wir trafen sie bei unserer Stickmamsell,“ sagten die Schwestern. „Sie soll ja in den allernächsten Tagen reisen.“

„So?“

Grau lächelte so eigentümlich, daß ihn die Mädchen erstaunt anblickten.

Ja, gewiß würde Adele in den allernächsten Tagen reisen, nur wußte niemand wohin und mit wem. Der Stadt stand eine kleine Überraschung bevor.

Grau war nicht ungeduldig, er wollte gerne warten, Wochen, Monate, Jahre, wenn es sein mußte, es war ja schön zu warten, er war dankbar, daß er es durfte.

Mit jedem Tage wurde sein Herz reicher, es frohlockte, es sang in seiner Brust. Er ging durch die Wiesen, die Felder, hinauf, hinab, bald waren seine Schuhe staubig, bald blank vom Grase. Er blickte ringsumher, seine Augen waren heller, goldener geworden in den letzten Tagen, er lächelte und seine Wangen waren rot, er sang leise vor sich hin, zuweilen lachte er und er hätte nicht sagen können, worüber er gelacht hatte. Ganze Strecken lief er dahin, den Hut in der Hand, die lächelnden Augen auf den Boden geheftet. Alle Dinge sprachen zu ihm, es strömte von allen Seiten auf ihn ein, unausgesetzt, und dabei pochte immerfort das Herz in seiner Brust, pochte und klopfte und zitterte. Reiche Tage waren das.