„Ich habe weder mit Ihrem Manne noch mit der Eierhändlerin etwas zu tun!“

„Mehr als Sie glauben!“ Grau setzte sich auf einen Stuhl, obgleich ihn der feiste, glänzende Herr nicht zum Setzen aufgefordert hatte. „Weit mehr, als Sie glauben. Ich habe beobachtet, daß eine Schwalbe in einer Dachrinne festgeklemmt wurde, nun kamen hunderte von Schwalben —“ begann er lächelnd.

„Ich bin aber keine Schwalbe!“ unterbrach ihn der feiste Herr mit einer verzweifelten Gebärde und verschwand in der Rauchwolke.

„Mehr als Sie glauben, mein Herr!“ sagte Grau und stand auf. „Entschuldigen Sie, daß ich Sie in Ihrer Arbeit gestört habe. Vielleicht könnten Sie aber Ihre Frau Gemahlin oder Ihre Haushälterin dazu bewegen, Eier und Schmalz bei dieser armen Frau —“

Der Herr brach in ein zorniges Lachen aus. „Hier!“ sagte er. „Hier nehmen Sie drei Mark, basta. Aber meinen Namen lassen Sie hübsch aus dem Spiele!“ Er warf ärgerlich die Münze auf den Tisch.

Grau verneigte sich. „Also ungenannt sein wollender Wohltäter — gut, danke! Sehen Sie, wie recht ich hatte, Sie sind doch eine Schwalbe, trotzdem!“

„Ich gebe Ihnen diese Kleinigkeit da,“ sagte der Herr und stand auf, „ehrlich gesagt, um meine Ruhe zu bekommen. Das ist der wahre Grund, der wahre!“

„Das glauben Sie nur!“ sagte Grau, merkwürdig lächelnd.

Der dicke Herr stutzte; er griff sich an den Kragen, dann lachte er, und zwar ein komisches Gemisch von zornigem und vergnügtem Lachen.

„Ich war vielleicht etwas geradeaus!“ sagte er lachend und seine Mienen hellten sich mehr und mehr auf. „Aber es ist mein Prinzip, stets unverblümt zu sagen, was ich denke! Ich bin ein Feind aller Verzärtelung und alles Damenhaften! Hom, hom! Ich bin auch ein Feind der Damen, ehrlich gestanden, hahaha! Ich bin auch ein Feind aller phrasenhaften Entschuldigungen, verdamm’ mich Gott! Aber ich bitte Sie, zum Zeichen Ihrer Nachsicht — Ihrer — ein paar meiner Zigarren zu rauchen. Bitte, bitte!“