„Ja, sogar in den letzten Wochen.“

Grau versank in Nachdenken. „Das ist sehr merkwürdig,“ sagte er. Er dachte nach und erinnerte sich erst wieder, wo er war, als Frau Häberlein sich leise räusperte.

„Entschuldigen Sie, gnädige Frau,“ sagte er, „darf ich noch fragen, wie lange das Mädchen in Ihrem Hause gedient hat?“

„Ein halbes Jahr. Genau ein halbes Jahr.“

„Und vorher?“

„Bei Herrn Eisenhut. Ach, solch eine heikle und penible Angelegenheit!“

Grau erhob sich. „Entschuldigen Sie die lange Störung, gnädige Frau!“ Er verbeugte sich. „Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet für Ihre gütige Aufklärung.“ Er ging, aber unter der Türe wandte er sich zurück und sagte: „Noch eine Frage, verzeihen Sie gütigst. Von welcher Farbe waren die Augen des Mädchens?“

Frau Bezirksamtmann Häberlein lächelte und sagte mit feiner Stimme, sie bedaure, so genau pflege sie ihre Dienstmädchen nicht zu betrachten.

„Ja, entschuldigen Sie gütigst. Aber Sie mußten es ja sehen, ohne zu wollen. Waren die Augen braun oder grau oder blau, erinnern Sie sich nicht?“

„Wenn ich mich recht erinnere, so hat sie braune Augen gehabt, dunkelbraune Augen, die im Dunkeln schwarz und glänzend aussahen. Sicherlich waren sie braun, ja, ich glaube ganz sicher zu sein.“