„Hat sie wirklich bald gesagt?“

„So ähnlich. Sie kann auch bald gesagt haben.“

„Und das nächste Mal, sagte sie es da?“

Der Bursche schüttelte den Kopf. „Nein“, sagte er, „aber sie war sehr gut zu mir. Ich habe mit ihr unter der Türe gesprochen. Es war ein sehr schöner Abend und ich sagte, ob wir nicht ein wenig spazieren gehen könnten. Wir gingen bis ans Tor aber da blieb sie stehen und sagte, sie müsse heim. Ich wußte nicht, was sie hatte. Sie weinte auch ein wenig.“

„Sie verstanden sie nicht mehr?“

„Nein.“

„Damals war sie schon sehr unglücklich!“ sagte Grau und nickte. „Verzweifelt war sie damals schon. Sie dachte, vielleicht kann er mir helfen, aber trotzdem sie schon ganz verzweifelt war, tat sie doch nichts Unehrenhaftes. Sie haben keine Unwürdige geliebt, mein Freund. Aus all dem, was mir die Leute erzählt haben, konnte ich mir ein Bild von Fräulein Sammet machen. Sie hätten wohl alles für sie getan?“

„Ja!“

Grau nickte. „Das ist schön von Ihnen und macht Ihnen alle Ehre. Halten Sie das Gedächtnis der Toten hoch!“

Plötzlich nun zog Grau einen Ring mit einem winzigen blauen Stein aus der Westentasche und hielt ihn Hammerbacher dicht unter die Augen. Er sah den Burschen mit scharfen, eigentümlichen Blicken an. Der Bursche saß verblüfft und sah fast erstarrt zu Grau empor.