Sie gingen zusammen und schwiegen. „Ein schöner Tag!“ sagte Grau nach einer Weile. „Ja!“ antworteten die Mädchen wie aus einem Munde und sahen ihn alle an. Es war schön, wie sie alle die Gesichter zu ihm wandten, die außen gehende mußte sich etwas vorbeugen. Er sah in diese drei Paar Augen hinein. Aber es fiel ihm weiter nichts ein, was er den Mädchen sagen hätte können.
Von der Brücke aus konnte man ein kleines Häuschen im Felde liegen sehen. Dieses Häuschen lag ganz einsam, halb zugeschneit lugte es mit zwei trüben, kleinen Fenstern aus dem Schnee. Weit und breit war nichts zu sehen als Schnee, kein Baum, kein Strauch, nur einige Krähen bewegten sich langsam in einem Acker. Es lag da gleichsam ausgestoßen aus der Stadt, wie ein Siechenhaus, wie die Hütte des Abdeckers. Ein Zaun lief um das Haus herum wie ein Gitter, aus dem Kamin stieg ein Hauch von Rauch, den man nur mit scharfen Augen wahrnehmen konnte.
Dieses Haus sei es!
Grau nahm den Hut ab. „Ich danke, meine Damen!“ sagte er und verneigte sich vor den drei jungen Mädchen. „Bitte, bitte!“
Fräulein von Hennenbach blickte ihn an. Sie heftete ihre hellen, klaren Augen eine Weile auf Grau, dann sagte sie: „Wie schön Sie neulich gesprochen haben!“ Sie streckte ihm die Hand hin. Sie lächelte, aber ihr Mund und ihre Züge blickten trotzdem ernst.
Die Schwestern lächelten ebenfalls, Grübchen erschienen in ihren Wangen und ihre weißen, kleinen Zähne blitzten; sie richteten die Augen groß und leuchtend auf Grau.
Grau verbeugte sich verwirrt. Er wagte kaum, die Hand des Mädchens zu berühren. Er errötete und machte abermals eine verwirrte Verbeugung.
„Viele Grüße an Susanna, viele Grüße!“ riefen die Mädchen.
„Morgen kommen wir!“ setzten die Schwestern hinzu.
Der junge Mann lieferte die Schlittschuhe ab und ging an Graus Seite feldeinwärts. Sie wateten bis an die Knie im Schnee. Grau ging wie ein Träumender.