„Ich danke Ihnen!“ wehrte Grau ab. „Nicht weil Sie mir so aufmerksam zuhörten, sondern für Ihr Interesse an diesem Gegenstand, Fräulein von Hennenbach.“ Das sagte er mit einem warmen Blick.
„Wie lange waren Sie denn bei den Gefangenen?“
„Leider nur ein Jahr.“
„Leider?“
„Ja. Ich wäre noch gerne bei ihnen geblieben, aber es hat sich nicht so gefügt.“
„Weshalb?“
Grau lächelte. „Die Wahrheit ist die,“ sagte er, „ich habe eine Broschüre geschrieben, die einiges Aufsehen erregt hat, und man hat mich zur Strafe versetzt.“
„Ah!“ Adele gab ihm die Hand.
Grau drückte Adeles Hand und sagte ganz unvermittelt: „Ich sehe Sie dann und wann in Ihrem Parke gehen, Fräulein von Hennenbach. Einmal da trugen Sie ein brennend rotes Kostüm. Sie kamen auch bis an die Mauer, es war ein japanisches Kostüm denke ich —“
Ja, es sei für den Liederkranzball am Faschingsmontag bestimmt. Sie liebe es sich zuweilen phantastisch zu kleiden.