Der Neger griff nach Hobbys Gürtel und half mit seinem unverletzten Fuß nach, so gut es ging. So krochen sie zusammen durch das Gewirr von Pfosten und Leichnamen und Gestein, den Schreien und tierischen Lauten entgegen.

„Hobby!“ stöhnte der Neger und schluchzte vor Angst und Entsetzen. „Mister Hobby, the Lord bless your soul — verlassen Sie mich nicht, lassen Sie mich nicht hier! O, Lord, mercy —! Ich habe eine Frau und zwei kleine Kinder draußen — verlassen Sie einen armen Nigger nicht. O Barmherzigkeit!“

Die brennende Bohrmaschine warf grelle, böse Lichtzacken und schwarze flatternde Schatten in das dunkle Chaos und Hobby mußte darauf achten, nicht auf Gliedmaßen und Köpfe zu treten, die aus dem Geröll hervorragten. Plötzlich tauchte zwischen zwei umgeworfenen Eisenkarren eine Gestalt auf, eine Hand tastete nach ihm und er fuhr zurück. Da sah er in ein Gesicht, das ihn mit idiotischem Ausdruck anstarrte.

„Was willst du?“ fragte Hobby, zu Tode erschrocken.

„Hinaus!“ keuchte das Gesicht.

„Geh weg!“ antwortete Hobby. „Das ist die falsche Richtung!“

Der Ausdruck des Gesichts änderte sich nicht. Aber es zog sich langsam zurück. Und ohne jeden Laut verschwand die Gestalt, wie verschluckt vom Schutt.

Hobbys Kopf war klarer geworden und er versuchte seine Gedanken zu sammeln. Die Brandwunden schmerzten ihn, sein linker Arm blutete, aber sonst war er heil. Er erinnerte sich, daß Allan ihn zu O’Niel mit einem Auftrag geschickt hatte. Zehn Minuten vor der Explosion hatte er noch bei den Gesteinskarren mit O’Niel, dem roten Irländer, gesprochen. Dann war er in die Bohrmaschine geklettert. Weshalb, wußte er nicht mehr. Er hatte die Maschine kaum betreten, als er fühlte, wie plötzlich der Boden unter ihm schwankte. Er sah in ein Paar erstaunter Augen — dann sah er nichts mehr. Soweit wußte er alles, aber es war ihm rätselhaft, wie er wieder aus der Bohrmaschine herausgekommen war. Hatte ihn die Explosion herausgeschleudert?

Während er den stöhnenden und jammernden Neger hinter sich herzerrte, überdachte er die Lage. Sie schien ihm nicht hoffnungslos zu sein. Wenn er den Querschlag erreichte, in dem gestern der tote Monteur lag, so war er gerettet. Dort gab es Verbandzeug, Sauerstoffapparate, Notlampen. Er erinnerte sich deutlich, daß Allan die Lampen probiert hatte. Der Querstollen lag rechts. Aber wie weit entfernt? Drei Meilen, fünf Meilen? Das wußte er nicht. Gelang es ihm nicht, so mußte er ersticken, denn der Rauch wurde mit jeder Minute stärker. Und Hobby kroch verzweifelt vorwärts.

Da hörte er dicht in der Nähe eine Stimme seinen Namen keuchen. Er hielt inne und lauschte mit fliegenden Lungen.