Der erste Trupp der Weiber keuchte heran.
„Was ist denn geschehen?“ rief Maud und ihre Anteilnahme war ungeheuchelt. Aber Maud erbleichte, als sie die Gesichter der Frauen sah. Sie sahen alle irrsinnig aus, verstört, triefend vom Regen, nur halb angekleidet, und ein wildes Feuer brannte in all den hundert Augen.
Man hörte sie nicht. Man antwortete ihr nicht. Die verzerrten Mäuler heulten triumphierend und schrill.
„Alle sind tot!“ gellten ihr Stimmen entgegen, in allen Tonarten, in allen Sprachen. Und plötzlich schrie eine Frauenstimme: „Das ist Macs Weib, schlagt sie tot!“
Und Maud sah — sie traute ihren Augen nicht — daß ein zerlumptes Weib mit zerfetztem Kittel und vor Wut schielenden Augen einen Stein aufhob. Der Stein schwirrte durch die Luft und streifte ihren Arm.
Sie zog instinktiv die kleine, blasse Edith an sich und richtete sich auf.
„Was hat euch denn Mac getan?“ rief sie und ihre Augen irrten voller Angst umher. Niemand hörte sie.
Die Rasenden hatten sie erkannt, das ganze wilde Heer von tobenden Menschen. Ein Geheul, das wie ein einziger Schrei klang, brandete empor. Steine schwirrten plötzlich von allen Seiten durch die Luft und Maud zuckte zusammen und zitterte am ganzen Körper. Nun sah sie, daß es Ernst war! Sie wandte sich um, aber überall waren sie, alle in zehn Schritt Abstand, sie war umzingelt. Und in all den Augen, in die ihr irrender entsetzter Blick hilfesuchend tauchte, brannte dieselbe Glut: Haß und Wahnsinn. Maud begann zu beten und der kalte Schweiß schlug aus ihrer Stirn: „Mein Gott — mein Gott — beschütze mein Kind!“
Unaufhörlich aber gellte eine Weiberstimme, wie ein schrilles Signal: „Schlagt sie tot! Mac soll bezahlen!“