Da traf ein Steinblock Ediths Brust, so heftig, daß sie wankte.

Die kleine Edith schrie nicht. Nur ihre kleine Hand zuckte in Mauds Hand und sie sah erschrocken zur Mutter empor, mit verwunderten Augen.

„O Gott, was tut ihr?“ schrie Maud und kauerte sich nieder und umschlang Edith. Und die Tränen stürzten ihr vor Angst und Verzweiflung aus den Augen.

„Mac soll bezahlen!“

„Mac soll wissen, wie es tut!“

Ho! Ho! O, all diese rasenden Körper und unbarmherzigen Augen. Und die Hände schwangen Steine ...

Wäre Maud feige gewesen, hätte sie sich in die Knie geworfen und die Hände ausgestreckt, vielleicht hätte sie im letzten Augenblick noch in diesen rasenden Menschen ein menschliches Gefühl entfachen können. Aber Maud, die kleine sentimentale Maud, wurde plötzlich mutig! Sie sah, daß Edith aus dem Mund blutete und totenbleich geworden war, die Steine hagelten, aber sie flehte nicht um Gnade.

Sie richtete sich plötzlich rasend auf, ihr Kind an sich gezogen, und schrie mit funkelnden Augen in all diese haßerfüllten Gesichter hinein: „Ihr seid Tiere! Gesindel seid ihr, schmutziges Gesindel! Wenn ich meinen Revolver hätte — niederschießen würde ich euch, wie Hunde! O, ihr Tiere! Ihr feigen, gemeinen Tiere!“

Da traf Maud ein mit großer Wucht geschleuderter Stein an die Schläfe und sie stürzte, mit den Händen ausgreifend, ohne Laut über Edith hinweg zu Boden. Maud war klein und leicht, aber es klang, als sei ein Pfahl niedergestürzt und das Wasser spritzte empor.