Dann ging er.
Auf dem Wege zum Sterbezimmer seines kleinen Mädchens holte er seine letzten Kräfte aus der Tiefe seines Herzens herauf. Er wappnete sich, indem er sich alle schrecklichen Augenblicke seines Lebens ins Gedächtnis zurückrief, all jene Unglücklichen, die das Dynamit zerfetzt und Gesteinssplitter perforiert hatten; jenen einen, den das Schwungrad mitnahm und an der Wand zerquetschte ... Und als er über die Schwelle trat, dachte er: „Denke daran, wie du einst Pattersons abgeschabten Stiefelschaft im verschütteten Flöz gespürt hast ...“
Er kam gerade noch recht, um die letzten erlöschenden Atemzüge seines kleinen süßen Engels zu erleben. Ärzte, Pflegerinnen und Dienstboten standen im Zimmer umher, die Mädchen weinten und selbst die Ärzte hatten Tränen in den Augen.
Aber Allan stand stumm und trocknen Auges da. „Denke, im Namen der Hölle, an Pattersons abgeschabten Stiefel, denke und schlage nicht hin vor den Leuten.“
Nach einer Ewigkeit richtete sich der Arzt am Bett auf und man hörte ihn atmen. Allan dachte, die Leute würden das Zimmer verlassen, aber sie blieben alle.
Da trat er ans Bett und streichelte Ediths Haar. Wäre er allein gewesen, so hätte er gerne nochmals ihren kleinen Körper in den Händen gefühlt, so aber wagte er nicht mehr zu tun.
Er ging.
Als er die Treppe hinabstieg, brach plötzlich lautes, jammerndes Geschrei über seinem Kopf zusammen, aber es war in Wahrheit ganz still bis auf ein leises Schluchzen.
Unten stieß er auf eine Pflegerin. Sie blieb stehen, da sie sah, daß er ihr etwas zu sagen wünschte.