Zu seiner Überraschung sah er auf dem Perron der Columbussquarestation unter den Wartenden einen Bekannten stehen, einen Mitpassagier der letzten Überfahrt. Der Mann sah ihn sogar an, aber — Triumph! — er erkannte ihn nicht! Und doch hatte er mit diesem Mann täglich Poker gespielt im Rauchsalon.
Auf den inneren Geleisen klirrte blitzschnell ein Expreßzug dahin und füllte die Station mit Getöse und Wind. Woolf wurde ungeduldig und sah auf die Uhr. Fünf Minuten!
Plötzlich aber konnte er den Passagier von vorhin nicht mehr sehen. Als er sich umblickte, sah er ihn hinter seinem Rücken stehen, in die Lektüre des Herald vertieft. Und gleichzeitig war Woolf an allen Gliedern gelähmt. Ein entsetzlicher Gedanke erwachte in ihm! Wenn dieser Passagier einer von Allans Detektiven wäre, der ihm schon — von Cherbourg herüber gefolgt war —? Es fehlten noch drei Minuten bis sechs. Woolf tat ein paar Schritte zur Seite und sah verstohlen nach dem Passagier hin. Der las ruhig weiter, aber in der Zeitung war ein Riß und durch diesen Riß starrte ein scharfes Auge!
In tiefster Herzensnot sah S. Woolf in dieses Auge hinein. Es war vorbei! In diesem Augenblick flog der Zug herein und S. Woolf sprang zum Entsetzen der Wartenden aufs Geleise hinunter. Eine Hand mit gespreizten Fingern griff nach ihm.
8.
S. Woolf wurde zwei Minuten vor sechs Uhr von den Rädern der Subway zermalmt und eine halbe Stunde später war ganz New York schon erfüllt von erregtem Geschrei.
„Extra! Extra! Here you are! Hýa! Hýa! All about suicide of Banker Woolf! All about Woolf!“
Die Zeitungsverkäufer rasten wie wilde Pferde dahin, und die Straßen, die Woolf heute durchwandert hatte, hallten wider von seinem Namen.
„Woolf! Woolf! Woolf!“
„Woolf in drei Teile geschnitten!“