Die Tunnel-Terrain-Gesellschaft, die sich mit dem Kauf und Verkauf von Baugeländen der Tunnelstationen befaßte, krachte über Nacht zusammen und erschlug Ungezählte.

Die Zeitungen waren in diesen Tagen Schlachtberichte.

„Der Tunnel verschlingt mehr und mehr!“

„Mr. Harry Stillwell, Bankier, Chikago, erschießt sich. — Broker Williamson, 26. Straße, ruiniert, vergiftet sich und seine Familie. — Fabrikant Klepstedt, Hoboken, wirft sich unter die Subway.“ — Die Nachricht, daß sich der alte Jakob Wolfsohn in Szentes erhängte, verhallte vollkommen unbeachtet.

Es war die Panik! Sie sprang über nach Frankreich, England, Deutschland, Österreich und Rußland. Deutschland wurde zuerst von ihr ergriffen und war innerhalb einer Woche, wie die Vereinigten Staaten, in Unruhe, Angst und Schrecken getaucht.

Die Industrie, die sich kaum von den Folgen der Oktoberkatastrophe erholt hatte, geriet auf Grund. Ihre Papiere, vom Tunnel zu unerhörter Blüte getrieben — Eisen, Stahl, Zement, Kupfer, Kabel, Maschinen, Kohle — wurden von den stürzenden Tunnelaktien mit in die Tiefe gerissen. Die Kohlenkönige und Hüttenbarone hatten am Tunnel enorme Vermögen verdient, nun aber wollten sie keinen roten Heller riskieren. Sie setzten die Löhne herab, führten Feierschichten ein und warfen Tausende von Arbeitern auf die Straße. Die Beschäftigten erklärten sich mit den Kameraden solidarisch. Sie traten in Ausstand, gesonnen, diesmal bis zum letzten Atemzug zu kämpfen und sich nicht wieder durch Versprechungen verlocken zu lassen, die diese Meineidigen brachen, sobald die Sonne wieder schien. Waren die Zeiten gut, so waren sie gut genug, die Millionen vermehren zu helfen, waren die Zeiten schlecht, so warf man sie hinaus. Sollten die Zechen ersaufen und die Hochöfen verschlacken!

Der Streik begann wie jeder andere. Er entflammte in den Becken von Lille, Clermond-Ferrand und St. Etienne, wälzte sich hinüber ins Mosel-, Saar- und Ruhrgebiet und nach Schlesien. Die englischen Bergarbeiter und Hüttenleute von Yorkshire, Northumberland, Durham und Südwales erklärten den Sympathiestreik. Kanada und die Staaten schlossen sich an. Der gespenstische Funke sprang über die Alpen nach Italien und über die Pyrenäen nach Spanien. Tausende der blutroten und leichengelben Fabriken aller Länder standen still. Ganze Städte waren tot. Die Hochöfen wurden gelöscht, die Grubenpferde aus den Schächten gebracht. Die Dampfer lagen in ganzen Flotten, Schlot an Schlot, in den Friedhöfen der Häfen. Jeder Tag kostete Unsummen. Aber da die Panik auch den übrigen Industrien das Geld entzog, so schwoll das Millionenheer der Arbeitslosen von Tag zu Tag mehr an. Die Lage wurde kritisch. Eisenbahnen, elektrische Kraftzentralen, Gasanstalten waren ohne Kohle. In Amerika und Europa lief nicht ein Zehntel der Züge mehr und der atlantische Dampferverkehr war fast gänzlich unterbunden.

Es kam zu Ausschreitungen. In Westfalen prasselten die Maschinengewehre und in London lieferten die Dockarbeiter der Polizei eine blutige Schlacht. Das war am 8. Dezember. Die Straßen bei den West India Docks waren an diesem Abend mit Toten, Arbeitern sowie Polizisten bedeckt. Am 10. Dezember erklärte die englische Arbeiter-Union den Generalstreik. Die französische, deutsche, russische und italienische folgten und zuletzt schloß sich die amerikanische Union an.

Das war der moderne Krieg. Nicht kleine Vorpostengefechte, es war die Schlacht in vollem Umfang! In geschlossenen Fronten standen sich Arbeiter und Kapital gegenüber.