Ethel sah in seine eisigen Glasaugen und sein totes Gesicht. Sie hatte Lust, ihm geradeheraus zu sagen, daß er kein Gentleman sei, aber sie beherrschte sich und schwieg. Sie warf ihm ihren verächtlichsten Blick zu (ein Blick, guter Gott!) und ging.
Und während sie mit Tränen der Wut in den Augen die Treppe hinabstieg, dachte sie: ‚Er ist ja auch wahnsinnig geworden, dieser Basilisk! Alle machte der Tunnel wahnsinnig, Hobby, Allan — sie brauchen nur ein paar Jahre dabei zu sein.‘
Ethel weinte vor Zorn und Enttäuschung, als sie in ihrem Wagen nach New York zurückfuhr. Sie hatte sich vorgenommen gehabt, alle ihre Künste gegen diesen Strom, hinter den sich Allan verschanzte, spielen zu lassen, aber sein unverschämt kalter Blick hatte sofort ihre Überlegung weggefegt. Sie weinte aus Wut über ihre schlechte Taktik. „Nun, dieser Patron wird an Ethel Lloyd denken!“ sagte sie rachsüchtig und lachte zornig. „Ich werde den ganzen Tunnel kaufen, nur um diesen Burschen hinauswerfen zu können. Just wait a little!“
Bei Tisch saß sie an diesem Abend blaß und schweigsam ihrem Vater gegenüber.
„Reichen Sie Herrn Lloyd die Sauciere!“ herrschte sie den Diener an. „Sehen Sie denn nicht?“
Und der Diener, der Ethels Launen recht wohl kannte, kam ihrem Befehl nach und wagte keine Miene zu verziehen.
Der alte Lloyd blickte scheu in die kalten, herrischen Augen seiner schönen Tochter.
Ethel ließ sich durch Hindernisse nicht abschrecken. Sie hatte ihr Auge auf Allan geworfen. Sie hatte sich vorgenommen, ihn zu sprechen, und sie schwor sich es zu tun, koste es, was es wolle. Um keinen Preis der Welt aber hätte sie sich noch einmal an Strom gewandt. Sie verabscheute ihn! Und sie war überzeugt, auch ohne diesen Strom, der kein Gentleman war, ihr Ziel zu erreichen.
An den folgenden Abenden war der alte Lloyd in die üble Lage versetzt, allein speisen zu müssen. Ethel ließ sich entschuldigen. Sie fuhr jeden Tag um vier Uhr nachmittags nach Mac City und kam um halb elf Uhr mit dem Abendzuge zurück. Von sechs bis neun Uhr aber wartete sie in einem Mietsautomobil, das sie von New York nach Mac City beordert hatte, zehn Schritte vom Haupteingang des Bürogebäudes entfernt. Eingehüllt in Pelze saß sie im Wagen, zitternd vor Frost, eigentümlich abenteuerlich erregt und gedemütigt durch die Rolle, die sie spielte, und spähte durch die gefrorenen Scheiben, in die sie von Zeit zu Zeit Löcher hauchen mußte. Trotz einiger Bogenlampen, die gleißende Höhlen in die Nacht rissen, war es draußen tiefdunkel und nur das wirre Netz der Geleise schimmerte matt. So oft sich etwas regte und jemand kam, machte Ethel ihre Augen ganz scharf und ihr Herz pochte.