Am dritten Abend sah sie Allan zum erstenmal. Er kam mit einem Herrn quer über die Trassen und sie erkannte ihn augenblicklich am Gang. Der Herr aber, der ihn begleitete, war Strom. Ethel verwünschte ihn! Die beiden gingen ganz nahe am Auto vorüber und Strom wandte das Gesicht gegen das glitzernde, vereiste Fenster. Ethel bildete sich ein, daß er erraten habe, wer im Wagen saß, und sie fürchtete schon, er werde Allan auf das Automobil aufmerksam machen. Allein Strom ging weiter, ohne ein Wort an Allan zu richten.

Ein paar Tage darauf kam Allan schon um sieben Uhr aus dem Tunnel zurück. Er sprang von einem langsam fahrenden Zug ab und stieg ohne Hast über die Geleise. Immer näher kam er, still und nachdenklich ging er seiner Wege. Gerade als er den Fuß auf die Stufen des Eingangs setzte, öffnete Ethel den Schlag des Autos und rief seinen Namen.

Allan blieb einen Moment stehen und sah sich um. Dann machte er Miene, die Stufen hinaufzusteigen.

„Allan!“ rief Ethel nochmals und eilte näher.

Allan wandte sich ihr zu und forschte mit einem raschen Blick unter ihrem Schleier.

Er trug einen weiten braunen Mantel, ein Halstuch und hohe Stiefel, die voller Schmutz waren. Sein Gesicht war mager und hart. Eine Weile sahen sie einander schweigend an.

„Ethel Lloyd?“ fragte Allan langsam, mit tiefer gleichgültiger Stimme.

Ethel wurde verlegen. Sie hatte Allans Stimme nur undeutlich in der Erinnerung gehabt und nun erkannte sie seine Stimme wieder. Sie zögerte, den Schleier hochzunehmen, da sie fühlte, daß sie rot geworden war.

„Ja,“ sagte sie unsicher, „ich bin es,“ und schob den Schleier in die Höhe.