Allan fand Lloyd in vorzüglicher Laune. Er war noch mehr eingeschrumpft und Allan gewann den Eindruck, als ob er anfange, etwas kindisch zu werden. So hatte er Allans Besuch im vorigen Herbst vollkommen vergessen. Er erzählte ihm wiederum alle Einzelheiten von Ethels Prozessen und lachte Tränen, als er schilderte, wie Ethel der Behörde ein Schnippchen schlug und auf dem Meere herumsegelte. Er schwatzte über all die neuen Dinge, die im Laufe des Herbstes und Winters geschaffen worden waren, über Skandale und Wahlen. Trotzdem sein Gehirn zu verfallen begann, war er noch lebhaft, voller Interesse für alles Neue, listig und bauernschlau. Allan plauderte zerstreut, denn er war zu sehr mit den eigenen Gedanken beschäftigt. Indessen fand er keine Gelegenheit, die Sprache auf den Tunnel zu bringen. Lloyd legte ihm Pläne zu Sternwarten vor, die er verschiedenen Nationen schenken wollte, und als Allan gerade im Begriff stand, überzulenken auf das, was ihm am Herzen lag, meldete der Diener, daß Miß Lloyd die Herren zum Diner erwarte.

Ethel war gekleidet wie zu einem Hofball. Sie blendete. Alles an ihr war Glanz, Frische, Hoheit. Ohne die entstellende, wuchernde Flechte auf dem Kinn wäre sie die erste Schönheit New Yorks gewesen. Allan war merkwürdig überrascht, als er sie sah. Denn er hatte nie gesehen, wie schön sie war. Noch mehr aber verblüffte ihn das schauspielerische Talent, das sie bei der Begrüßung entfaltete.

„Da sind Sie ja, Allan!“ rief sie aus und sah Allan mit strahlenden, aufrichtigen, blauen Augen an. „Wie lange haben wir uns nicht gesehen! Wo in aller Welt steckten Sie nur die ganze Zeit?“

Lloyd sagte rügend: „Ethel, sei nicht so neugierig!“

Und Ethel lachte! Bei Tisch war sie in prächtigster Laune.

Sie speisten an einem großen, runden Mahagonitisch, der zwei Meter im Durchmesser maß und den Ethel selbst täglich mit Blumen schmückte. Lloyds Kopf erschien grotesk, wie ein brauner Mumienschädel, zwischen den Bergen von Blüten. Ethel war unausgesetzt um den Vater bemüht. Er durfte nur essen, was sie ihm erlaubte, und lachte kindisch, wenn sie ihm etwas verweigerte. Alles, was ihm schmeckte, hatten ihm die Ärzte verboten.

Sein Gesicht verzerrte sich vor Vergnügen, als ihm Ethel etwas Hummermayonnaise vorlegte.

„Heute wollen wir nicht so streng sein, Dad,“ sagte sie, „weil Herr Allan zu Gast ist.“

„Kommen Sie recht oft, Allan,“ gluckste Lloyd. „Sie behandelt mich besser, wenn Sie hier sind.“

Bei jeder Gelegenheit, die sich bot, gab Ethel Allan zu verstehen, wie erfreut sie über seinen Besuch sei.