Nach Tisch nahmen sie den Kaffee in einem hohen Saal, der einem Palmenhaus ähnlich sah. In einem kolossalen echten Renaissancekamin, einem wundervollen, kostbaren Werk, glühten täuschend nachgeahmte große Buchenscheite. Irgendwo plätscherte ein unsichtbarer Springbrunnen. Es war hier so dunkel, daß man einander nur in den Umrissen sah. Lloyd mußte seine entzündeten Augen schonen.
„Singe uns etwas, Kind,“ sagte Lloyd und rauchte eine große, schwarze Zigarre an. Diese Zigarren wurden speziell für ihn in Havanna angefertigt und waren der einzige Luxus, den er sich erlaubte.
Ethel schüttelte den Kopf. „Nein, Dad, Allan liebt Musik nicht.“
Der braune Mumienschädel Lloyds wandte sich Allan zu. „Sie lieben Musik nicht?“
„Ich habe kein Gehör dafür,“ erwiderte Allan.
Lloyd nickte. „Wie sollten Sie auch?“ begann er mit der bedächtigen Wichtigkeit des Greises. „Sie haben zu denken und brauchen keine Musik. Bei mir war es früher genau so. Aber als ich älter wurde und sich bei mir das Bedürfnis zu träumen einstellte, da liebte ich sie plötzlich. Musik ist nur für Kinder, Frauen und schwache Köpfe —“
„Pfui, Vater!“ rief Ethel aus ihrem Schaukelstuhl.
„Ich genieße das Privilegium des Alters, Allan,“ fuhr Lloyd schwatzhaft fort. „Übrigens hat mich Ethel für die Musik erzogen — meine kleine Ethel, die nun dasitzt und über ihren Vater lacht!“
„Ist Papa nicht lieb?“ warf Ethel ein und sah Allan an.
Dann — nach einem kleinen, hitzigen Geplänkel zwischen Vater und Tochter, wobei Lloyd jämmerlich geschlagen wurde — begann Lloyd ganz von selbst vom Tunnel zu sprechen.