So kam der erste Juni heran ...

New York hatte geflaggt. London, Paris, Berlin, Rom, Wien, Peking, Tokio, Sidney hatten geflaggt. Die ganze zivilisierte Welt feierte Allans erste Fahrt wie ein Völkerfest.

Allan wollte um Mitternacht die Reise antreten und um Mitternacht des zweiten Juni (amerikanische Zeit) in Biskaya eintreffen.

Schon Tage vorher liefen Extrazüge von Berlin, London und Paris nach Biskaya, von allen großen Städten der Staaten nach Mac City. Flotten von Dampfern gingen nach den Azoren und Bermudas in See. Am ersten Juni flogen von frühmorgens an stündlich zwanzig Züge nach Mac City, vollgestopft mit Menschen, die mit eigenen Augen sehen wollten, wie sich der erste Amerika-Europa-Flieger in den Tunnel hineinstürzte. Die großen Hotels in New York, Chikago, San Franzisko, Paris, Berlin, London veranstalteten Bankette, die um zehn Uhr ihren Anfang nehmen und volle achtundzwanzig Stunden dauern sollten. Edison-Bio wollte in allen diesen Hotels ihren Riesentunnelfilm vorführen, der sechs volle Stunden dauerte. In den Varietés und Concerthalls traten Chöre von früheren Tunnelmen auf, die die Tunnellieder sangen. Auf den Straßen wurden Millionen von Postkarten mit Allans Porträt verkauft, Millionen von „Tunnel-charms“, kleine in Metall gefaßte Gesteinsplitter aus den Stollen.

Allan startete Punkt zwölf Uhr nachts. Die ungeheure Bahnhofhalle von Hoboken-Station, die größte der Welt, war bis auf den letzten Quadratfuß mit erregten Menschen angefüllt und alle reckten die Hälse, um einen Blick auf den mächtigen Tunneltrain zu werfen, der zur Abfahrt bereit stand. Grau war er wie Staub und ganz aus Stahl.

Der Zug, der mit dem Führungswagen aus sechs Waggons bestand, war hell erleuchtet, und die Glücklichen, die nahe genug standen, blickten in prächtige Salons. Es waren Salonwagen. Man vermutete, daß Ethel die erste Fahrt mitmachen werde, denn trotz phantastisch hoher Angebote waren Passagiere abgelehnt worden. Ein Viertel vor zwölf wurden die eisernen Rolläden heruntergezogen. Die Spannung der Menge wuchs mit jeder Minute. Zehn Minuten vor zwölf bestiegen vier Ingenieure den Führungswagen, der an ein Torpedoboot mit zwei runden Augen am scharfen Bug erinnerte. Allan mußte nun jeden Augenblick erscheinen.

Allan kam fünf Minuten vor zwölf Uhr. Als er den Perron betrat, brandete ein solch donnerndes Geschrei durch die Halle, daß man hätte glauben können, Hoboken-Station krache in sich zusammen.

Als junger Mann hatte Allan den Bau begonnen und nun stand er da, schneeweiß, verbraucht, mit fahlen, etwas schwammigen Wangen und gutmütigen, blaugrauen Kinderaugen. Mit ihm kam Ethel heraus, die den kleinen Mac an der Hand führte. Hinter ihr ein kleiner gebückter Mann mit aufgestülptem Mantelkragen und weiter Reisemütze, die tief übers Gesicht sank. Er war kaum größer als der kleine Mac und man hielt ihn allgemein für einen farbigen Groom. Es war Lloyd.

Die meterhohe Mumie gab Ethel und dem kleinen Mac die Hand und kletterte behutsam in den Waggon: Lloyd also war der Passagier! Nicht ein Kaiser oder König, nicht der Präsident der Republik, die Großmacht Lloyd, das Geld, war der erste Passagier!