Ethel blieb mit ihrem Knaben zurück. Sie hatte den kleinen Mac von Rawley herübergebracht, damit er diesen großen Augenblick miterlebe. Allan verabschiedete sich von seinem Sohn und Ethel, und Ethel sagte: „Well, good bye, Mac. I hope you will have a nice trip!“
Die Kreisel begannen zu rotieren und füllten die Halle mit einem hohlen, pfeifenden Sausen. Die Stützbacken lösten sich automatisch, als die Kreisel die erforderliche Tourenzahl erreicht hatten — und der Zug glitt unter dem tobenden Jubel der Menge aus der Halle. Die Scheinwerfer schleuderten ihre bleichen Lichtkegel über Hoboken, New York und Brooklyn, die Sirenen der Dampfer in den Docken, auf dem Hudson, der Bai, dem East-River tuteten und heulten, die Telephone klingelten, die Telegraphen spielten — — New York, Chikago, San Franzisko brausten auf, der Jubel der ganzen Welt begleitete Allan auf die Reise. Zur gleichen Zeit blieben alle technischen Betriebe der Welt auf fünf Minuten stehen, alle Schiffsschrauben, die in diesem Augenblick die Weltmeere peitschten, zur gleichen Zeit heulten und tuteten die Pfeifen und Sirenen aller Eisenbahnzüge und Dampfer, die unterwegs waren: ein brutaler, gewaltiger Schrei der Arbeit, die ihrem Werk zujubelte.
Der alte Lloyd ließ sich entkleiden und legte sich zu Bett.
Sie waren unterwegs. —
In den Hotels hatten Tausende von Menschen um zehn Uhr diniert und erregt über den bevorstehenden Start gesprochen. Musikkapellen konzertierten. Das Fieber wuchs und wuchs. Man wurde exaltiert und sogar poetisch. Man nannte den Tunnel „die größte menschliche Tat aller Zeiten“. „Mac Allan hat das Epos vom Eisen und der Elektrizität gedichtet.“ Ja, Mac Allan wurde sogar im Hinblick auf seine Schicksale in den fünfundzwanzig Jahren des Baus „der Odysseus der modernen Technik“ genannt.
Zehn Minuten vor zwölf flammte die Projektionsfläche der Edison-Bio auf und darauf stand: „Ruhe!“
Sofort wurde alles vollkommen still. Und augenblicklich begann der Telekinematograph zu arbeiten. In allen Weltstädten der Erde sah man zur gleichen Sekunde die Bahnhofhalle von Hoboken-Station, schwarz von Menschen. Man sah den gewaltigen Tunneltrain, man sah, wie Allan sich von Ethel und seinem Sohn verabschiedete — die Zuschauer schwingen die Hüte: der Zug gleitet aus der Halle ...
Ein unbeschreiblicher, donnernder Jubel, der minutenlang währte, erhob sich. Man stieg auf die Tische, Hunderte von Sektgläsern wurden zerbrochen und zertreten. Die Musik intonierte das Tunnellied: „Three cheers and a tiger for him!...“ Aber der Lärm war so ungeheuer, daß niemand einen Ton hörte.
Hierauf erschien eine Schrift auf der Leinwand: „Die fünfundzwanzig Köpfe.“ Allan, als er den Bau begann, Allan, wie er heute aussah. Ein zweiter Orkan der Begeisterung brach los. Hobby, Strom, Harriman, Bärmann, S. Woolf, der „fette Müller“, Lloyd. Dann begann der eigentliche Film. Er begann mit dem Meeting auf dem Dachgarten des „Atlantic“, dem „ersten Spatenstich“, er führte im Laufe der Nacht mit Unterbrechungen durch alle Phasen des Baus, und so oft Allans Bild erschien, erhob sich neuer, begeisterter Jubel. Der Riesenfilm zeigte die Katastrophe, den Streik. Man sah wieder Mac Allan durch das Megaphon zu dem Heer von Arbeitern sprechen (und der Phonograph brachte Teile seiner Rede!), die Prozession der Tunnelmen, den großen Brand. Alles.