Zweiter Teil

1.

Wie in der Tunnelstadt auf amerikanischem Boden, so fraßen sich Armeen schweißtriefender Menschen in Frankreich, Finisterre und auf den ozeanischen Stationen in die Erde hinein. Tag und Nacht stiegen an diesen fünf Punkten des Erdballs ungeheure Rauch- und Staubsäulen empor. Das hunderttausendköpfige Arbeiterheer rekrutierte sich aus Amerikanern, Franzosen, Engländern, Deutschen, Italienern, Spaniern, Portugiesen, Mulatten, Negern, Chinesen. Alle lebenden Idiome schwirrten durcheinander. Die Bataillone der Ingenieure bestanden zum größten Teil aus Amerikanern, Engländern, Franzosen und Deutschen. Bald aber strömten Scharen von Volontären aller technischen Hochschulen der Welt herbei, Japaner, Chinesen, Skandinavier, Russen, Polen, Spanier, Italiener.

An verschiedenen Punkten der französischen, spanischen und amerikanischen Küste, der Bermudas und der Azoren erschienen Allans Ingenieure und Arbeiterhorden und begannen wie an den Hauptbaustellen zu wühlen. Ihre Aufgabe war es, die Kraftwerke zu bauen, Allans „Niagara“, dessen Gewalt er brauchte, um seine Züge von Amerika nach Europa zu jagen, die ungeheueren Stollen zu beleuchten und zu belüften. Nach dem verbesserten System der Deutschen Schlick und Lippmann ließ Allan ungeheure Reservoire anlegen, in die das Meer zur Zeit der Flut strömte, um von da in niedriger gelegene Bassins zu donnern, niederschießend die Turbinen zu drehen, die aus den Dynamos den Strom schlugen, und bei Ebbe ins Meer zurückzukehren.

Die Eisenhütten und Walzwerke von Pennsylvania, Ohio, Oklahoma, Kentucky, Colorado, von Northumberland, Durham, Südwales, Schweden, Westfalen, Lothringen, Belgien, Frankreich buchten Allans ungeheure Bestellungen. Die Kohlenzechen beschleunigten die Förderung, um den erhöhten Kohlenbedarf für Transport und Hochöfen zu decken. Kupfer, Stahl, Zement erlebten eine unerhörte Hausse. Die großen Maschinenfabriken Amerikas und Europas arbeiteten mit Überschichten. In Schweden, Rußland, Ungarn und Kanada wurden Wälder niedergemäht.

Eine Flotte von Frachtdampfern und Segelschiffen war ständig zwischen Frankreich, England, Deutschland, Portugal, Italien und den Azoren, zwischen Amerika und den Bermudas unterwegs, um Material und Arbeitskräfte nach den Baustellen zu transportieren.

Vier Dampfer des Syndikats, mit den ersten Kapazitäten (zumeist Deutschen und Franzosen) an Bord, schwammen auf dem Ozean, um die Maße und Lotungen der nach den bekannten ozeanographischen Messungen projektierten Tunnelkurve auf einer Breite von dreißig Seemeilen zu kontrollieren und nachzuprüfen.

Von all den Stationen, Arbeitsstellen, Dampfern, Industriezentren aus liefen Tag und Nacht Fäden nach dem Tunnel-Syndikat-Building, Ecke Broadway-Wallstreet, und von hier aus in eine einzige Hand — Allans Hand.

In wenigen Wochen angestrengtester Arbeit hatte Allan die große Maschine in Schwung gebracht. Sein Werk fing an, die Welt zu umspannen. Sein Name, dieser vor kurzem noch gänzlich unbekannte Name, leuchtete wie ein Meteor über den Menschen.

Tausende von Journalen beschäftigten sich mit seiner Person und nach geraumer Zeit gab es keinen Zeitungsleser in der Welt mehr, der nicht ganz genau Allans Lebensgeschichte kannte.