Mac hatte nie etwas so Gewaltiges gesehen wie diese Fördermaschine.
„Thanks, Josiah!“ sagte der Vater, aber Josiah wandte sich nicht um.
Sie gingen um das Maschinenhaus herum und stiegen eine schmale eiserne Treppe empor, auf der Mac in seinen großen Stiefeln nur mühsam vorwärtskommen konnte. Sie stiegen dem schrillen, winselnden Kindergeschrei entgegen, und hier war der Lärm so groß, daß man kein Wort mehr verstehen konnte. Die Halle war riesig, dunkel, voller Kohlenstaub und rasselnder eiserner Karren.
Macs Herz war beklommen.
Gerade da, wo die Kohlen winselten und schrien, übergab ihn der Vater den geschwärzten Männern und ging davon. Da sah Mac zu seinem Erstaunen einen Bach von Kohlen! Auf einem meterbreiten langen Band liefen unaufhörlich Kohlenstücke dahin, um endlich durch ein Loch im Boden wie ein endloser schwarzer Wasserfall in Eisenbahnwaggons hinabzustürzen. Zu beiden Seiten dieses langen Bandes aber standen geschwärzte Knaben, Knirpse wie Mac, und griffen hastig in den Kohlenstrom hinein und suchten bestimmte Brocken heraus, die sie in eiserne Karren warfen.
Ein Junge schrie ihm ins Ohr, er solle zusehen. Dieser Knirps hatte ein geschwärztes Gesicht und erst nach einer Weile erkannte ihn Mac an einer Hasenscharte. Es war ein Junge aus der nächsten Nachbarschaft, mit dem er erst gestern noch eine Schlägerei gehabt hatte, weil er ihm seinen Spottnamen „Hase“ nachrief.
„Wir suchen die Berge heraus, Mac,“ schrie der „Hase“ mit gellender Stimme in Macs Ohr, „wir dürfen die Steine nicht mit verkaufen.“
Am nächsten Tage schon sah Mac so gut wie die andern, was Kohle war und was Stein war, am Bruch, am Glanz, an der Gestalt. Und acht Tage später war es ihm, als sei er seit Jahren in dieser schwarzen Halle voller Lärm und Kohle gewesen.
Über den ewig gleitenden Kohlenbach gebeugt, mit den schwarzen Händen nach den „Bergen“ fahrend — so stand Mac zwei volle Jahre, jeden Tag, an seinem bestimmten Platz, der fünfte von oben. Tausende von Tonnen Kohlen glitten durch seine kleinen raschen Hände.
Jeden Sonnabend holte er seinen Lohn, den er an den Vater (bis auf ein kleines Taschengeld) abgeben mußte. Mac war neun Jahre alt und ein Mann geworden. Wenn er am freien Sonntag in den „Saloon“ ging, so trug er einen steifen Hut und einen Kragen. Eine Pfeife hing zwischen den Haifischzähnen; er kaute Gummi und hatte allezeit ein reichliches Reservoir von Speichel zwischen Zunge und Gaumen. Er war ein Mann, sprach wie ein Mann und hatte nur die helle, gellende Stimme eines Knaben, der die Woche in einem lärmenden Arbeitsraum verbringt.