Hobby wartete, bis der Lärm nachließ.
„Die Leute sind vollständig verrückt!“ sagte er dann mit einem hellen Lachen. „So etwas! Ich habe ja nur gepfiffen, um Lärm zu machen, Maud. Wie geht es dir, girl? And how are you, old chap?“
Erst jetzt hatten sie Muße, sich richtig zu begrüßen.
Die drei verband in der Tat eine aufrichtige und selten innige Freundschaft. Allan kannte recht wohl die früheren Beziehungen Hobbys zu Maud, und obwohl nie ein Wort darüber gesprochen wurde, verlieh dieser Umstand dem Verhältnis zwischen den beiden Männern besondere Wärme und einen eigenen Reiz. Hobby war noch immer ein wenig in Maud verliebt, war aber taktvoll und klug genug, es sich nie merken zu lassen. Allein Mauds sicherer weiblicher Instinkt ließ sich nicht täuschen. Sie genoß Hobbys Liebe mit leisem Triumph, der zuweilen in ihren warmen braunen Augen zu lesen war, und entschädigte ihn mit einer aufrichtigen schwesterlichen Zuneigung. Sie hatten sich alle drei in verschiedenen Lebenslagen, voller Freude, sich nützlich sein zu können, Dienste erwiesen, und besonders Allan fühlte sich Hobby gegenüber zu großem Danke verpflichtet: hatte doch Hobby ihm vor Jahren zu technischen Versuchen und zur Errichtung seiner Fabrik fünfzigtausend Dollar verschafft und für diese Summe persönliche Bürgschaft geleistet. Hobby hatte ferner in den letzten Wochen Allans Interessen vor dem Eisenbahnkönig Lloyd vertreten und das bevorstehende Rendezvous vermittelt. Hobby hätte alles für Allan getan, was überhaupt möglich war, denn er bewunderte ihn. Schon in der Zeit, da Allan nichts geschaffen hatte als seinen Diamantstahl Allanit, pflegte Hobby zu all seinen Bekannten zu sagen: „Kennen Sie übrigens Allan? Der das Allanit erfand? Nun, Sie werden noch hören von ihm!“ Die Freunde sahen einander jährlich einigemal. Die Allans kamen nach New York oder Hobby besuchte sie in Buffalo. Im Sommer verlebten sie regelmäßig drei Wochen zusammen auf Mauds bescheidenem Landgut Berkshirebrookfarm in den Berkshire-Hills. Ein jedes Wiedersehen war für sie ein großes Ereignis. Sie fühlten sich um drei, vier Jahre zurückversetzt, und alle jene fröhlichen und vertrauten Stunden, die sie zusammen verbracht hatten, wurden irgendwie lebendig in ihnen.
Diesen ganzen Winter hindurch hatten sie sich nicht gesehen, und ihre Freude war um so lebhafter. Sie musterten einander von oben bis unten wie große Kinder, und beglückwünschten sich in heiterem Ton zu ihrem Aussehen. Maud lachte über Hobbys dandyhafte Lackschuhe, die auf den Kappen wahre Rhinozeroshörner aus glänzendem Leder trugen, und Hobby begutachtete wie ein Modekünstler Mauds Kostüm und Allans neuen Frack. Wie bei jedem Wiedersehen nach längerer Zeit mischten sie hundert rasche Fragen und rasche Antworten durcheinander, ohne über irgend etwas eingehender zu plaudern. Hobby hatte, wie immer, die sonderbarsten und unglaublichsten Abenteuer erlebt und deutete das eine und das andere an. Dann kamen sie auf das Konzert, Tagesereignisse und Bekannte zu sprechen.
„Wie gefällt euch übrigens der Konzertpalast?“ fragte Hobby mit einem triumphierenden Lächeln, denn er wußte schon, was die Freunde antworten würden. Allan und Maud hielten mit ihrem Lob nicht zurück. Sie bewunderten alles.
„Und das Foyer?“
„Grand, Hobby!“
„Nur der Saal ist mir ein wenig zu prunkvoll,“ warf Maud ein. „Ich hätte ihn gern intimer gehabt.“
Der Architekt lächelte gutmütig. „Natürlich, Maud! Das wäre richtig, wenn die Leute hierher kämen, um Musik zu hören. Fällt ihnen gar nicht ein. Die Leute kommen hierher, um etwas zu bewundern und sich bewundern zu lassen. ‚Schaffen Sie uns eine Feerie, Hobby,‘ sagte das Konsortium, ‚der Saal muß alles bisher Dagewesene totschlagen!‘“